Landestreffen der Stolperstein-Initiativen in Rheinland-Pfalz

Gut besucht war die Veranstaltung am 21.11. im Trierer Dietrich-Bonhoeffer-Haus, zu der die AG Frieden Trier und die Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz mit Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung RLP eingeladen hatten.
LAG-Vors
itzender Dieter Burgard, MdL konnte im Namen der LAG über 35 interessierte Teilnehmer begrüßen, die aus dem ganzen Bundesland zum Gedanken- und Ideenaustausch über das Stolpersteinprojekt des Kölner Künstlers Günter Demnig und allgemein zum Thema „Erinnerungskultur “ angereist waren.
Neben Vertretern aus Gemeinden, die bereits Stolpersteine verlegen, und Initiativen, die noch am Projektanfang stehen und Opferbiografien recherchieren, waren auch Einzelpersonen gekommen, um sich zu informieren und in die Gedenkarbeit vor Ort einzubringen.
Erfreulich war auch die Beteiligung einiger jüngerer Menschen und Schülern, wie z.B. Petra Gouverneur aus Kirf, die bereits als Schülerin des Saarburger Gymnasiums über das Schicksal der Juden in ihrer Gemeinde recherchierte, Zeitzeugen befragte und so mithelfen konnte, einige Lücken im Trierer Stadtarchiv zu schließen. Heute schreibt sie an der Universität eine Examensarbeit zum Thema Stolpersteine.
„Das gibt Mut, das Thema „NS-Vergangenheit und unser Umgang damit“ lebendig zu halten und auch andere Formen der Erinnerungskultur zu versuchen.“ so Monika Metzler, eine der Teilnehmerinnen aus Trier, die das Stolperstein-Projekt als Patin unterstützt.
Die Initiatoren der AG Frieden erläuterten in ihrem Praxisbericht, wie sie Schüler und andere Interess
enten durch Rundgänge erfolgreich ansprechen. Ein gelungenes Beispiel ist eine Arbeitsgruppe des Max-Planck-Gymnasiums, die selbst Opferdaten recherchieren und Angehörige befragen will. „Diese Erinnerungsarbeit ist wichtig, um gegen braune Ideologie zu immunisieren und aktuellen rechtsextremen Aktivitäten entgegenzutreten.“ So Christoph Herrig vom Arbeitskreis Trier im Nationalsozialismus der AGF
Bei der Tagung wurden Erfahrungen über Verlegungen in größeren und kleineren Orten vorgestellt und Themen wie Recherche von Opferdaten, Kontakt zu überlebenden Angehörigen, Ideen zur Stolpersteinverlegung und Gedenkfeiern, Öffentlichkeitsarbeit, Publikationen sowie der Umgang mit Widerständen ausgetauscht.
Allen gemein war der Wunsch nach Fortsetzung dieser Runde im nächsten Jahr, einem lebhaften Austausch und einer guten Vernetzung von Akteuren und Aktivitäten. Die Veranstaltung bot in verschiedenen Arbeitsgruppen und Fragerunden und vor allem während der gemeinsamen Pausen dazu die beste Gelegenheit.
In Trier wurden seit 2004 nahezu 100 Stolpersteine vom Künstler Gunter Demnig verlegt, europaweit sind es über 20.000. Koordiniert wird die Aktion in Trier durch die Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V. und den Kulturverein Kürenz..


Weitere Informationen: www.stolpersteine-trier.de www.stattFuehrer.de


Am Vormittag stellten Mitarbeiter/innen des "AK Trier im Nationalsozialismus" der AG Frieden e.V. Trier einige Eckpunkte ihrer Stolpersteininitiative vor: HIER als PDF-Datei

Für die Nachmittagsgesprächsgruppe AG 2 hatte Markus Pflüger Merkpunkte "Rund um die Verlegung von Stolpersteinen" zusammengetragen HIER als PDF-Datei

Thomas Zuche hatte einige der Hauptkritikpunkte am Stolpersteinprojekt für die AG 4 "Umgang mit Widerständen" zusammengestellt

HIER als PDF-Datei

 


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