Mitgliederversammlung am 26. November 2016, 54516 Wittlich, Marktplatz 3, Brasserie Balthazar

Dauer: 14:15 bis 15:45 Uhr

Teilnehmer: 21 stimmberechtigte Mitglieder, weitere 12 Mitglieder,

6 Mitglieder des Sprecherrats:

Burgard, Hennig, Graßl, Pies, Dr. Ratter, Rosenau

sowie Gäste.

Die Mitgliederversammlung schließt sich an die 40. Informationstagung zur Gedenkarbeit der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) vom Vormittag an. Im Anschluss folgte ein Gang durch die Altstadt bis zur ehemaligen Synagoge und dem Museum zum jüdischen Leben, bei der René Richtscheid über die Geschichte der Wittlicher Juden und die Besonderheit der Synagoge berichtete.

Top 1 Eröffnung:

Selbst Wittlicher freut sich der Vorsitzende Dieter Burgard, nach 2002 zum zweiten Mal für die Info-Tagung und die Mitgliederversammlung Gastgeber zu sein, und begrüßt die Versammlung, insbesondere: für die Landeszentrale für politische Bildung Uwe Bader, Gedenkstätte Osthofen, und Dr. Beate Welter, Gedenkstätte Hinzert, und Persönlichkeiten aus Wittlich und Umgebung, wie Frau Bettina Brück MdL, Herrn Albert Klein, vom Emil Frank Institut Prof. Hans-Georg Gradl, Dr. René Richtscheid und Frau Metzen-Wahl, den Buchautor Wolfgang Schmitt-Kölzer und vom AK jüdische Gemeinde Wittlich auch die Autoren von einigen Büchern Franz-Josef Schmit, Dr. Marianne und Werner Bühler.

Dann geht er auf die Geschichte von Wittlich in der NS-Zeit und auf die lokale Gedenkarbeit ein: 6,7% der Wittlicher Bevölkerung war jüdischen Glaubens, 1943 lebte kein einziger mehr hier. Eigentümer des Tagungshauses war Familie Ermann. "Immer mehr Menschen engagieren sich in Wittlich, ja in ganz Rheinland-Pfalz ehrenamtlich in der Gedenkarbeit und noch nie war die Vielfalt so groß. Themen sind heute jüdisches Leben, Schicksal kranker und behinderter Menschen, ehemalige KZs und Schutzhaftlager, Zwangsarbeit, Stolpersteine, Westwall oder Kriegsgefangenenlager."

In Wittlich gab es eine große jüdische Gemeinde, mit dem heutigen Friedhof und der ehemaligen Synagoge, es gab ein KZ Außenlager von Hinzert, mehrere Zwangsarbeitslager, in der Nähe das Frauenstraflager Flußbach. In dem großen Gefängnis waren während der NS-Diktatur viele Nacht- und Nebel- Häftlinge und politisch Verfolgte inhaftiert waren, nach dem Krieg war es als eines der drei alliierten Gefängnisse, hier für saßen hier Kriegsverbrecher und NS-Täter aus dem Einsatzgebiet Frankreich, neben Landsberg (USA) und Werl (UK), neben Landsberg (USA) und Werl (UK). In Wittlich gab es auch Opfer der NS-"Euthanasie" und der Zwangssterilisation und aus politischen oder religiösen Gründen Verfolgte. Heute erinnern einzelne Gebäude noch an diese Zeit, Mahnmale, zwei Stolpersteine und das Emil- Frank- Institut. "Waren die Mahnwachen zum 9.November Anfang der achtziger Jahr von zehn Menschen besucht, so treffen sich jedes Jahr rund 100 Personen auf dem Marktplatz zur Mahnung." Bei der Info-Tagung und Mitgliederversammlung 2002 wurden das damals relativ neue Mahnmal zum KZ Außenlager Hinzert hier auf dem Ehrenfriedhof in Wittlich und das Emil- Frank- Institut besucht. Heute lädt Dr. Reneé Richtscheid zu einer Führung durch das jüdische Wittlich und zur Synagoge im Anschluss an die MitgliedervVersammlung ein.

Seit 1991 gibt es diese wichtigen Info-Tagungen der LpB. Bei der 11. Info-Tagung im Gerty Spies-Saal am 31.März und 1.April 2001 wurde die LAG der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz mit 19 Mitgliedern gegründet, Geburtshelfer waren Hans Georg Mayer und Uwe Bader. Inzwischen gehören 57 Institutionen und kommunale Arbeitskreise der LAG an. Im Jahr 2016 wurde als 57. Mitglied der Geschichts- und Heimatverein Albisheim/Pfalz aufgenommen. Das Spektrum der Arbeitsschwerpunkte wächst: Verfolgung von Juden, politisch Verfolgte, Kranken in der NS-"Euthanasie"- und Zwangssterilisation, Zwangsarbeiter, lokales Gedenken wie Mahnmale, Gedenkstätten, Online-Formen des Gedenkens wie Online-Ausstellungen.

 
TOP 2 Bericht aus dem Sprecherrat

Seit der vorigen Mitgliederversammlung am 15. November 2015 in Koblenz traf sich der Sprecherrat zu fünf Sitzungen in Mainz bzw. Osthofen. Alle Niederschriften der Sitzungen des Sprecherrates sind zeitnah auf der Homepage der LAG www.lagrlp.de nachzulesen.

Aus dem Fonds "Erinnern und Gedenken" wurden zehn Projekte unterstützt, darunter mehrere Veröffentlichungen: drei Buchprojekte, eine CD, ein online-Ausstellungsprojekt, sowie zwei Ausstellungen, eine Filmveranstaltung, ein Zeitzeugengespräch und Informationstafeln auf einem jüdischen Friedhof. Zur nächsten Sitzung des Sprecherrats am Donnerstag, den 10. Januar, in Mainz, können neue Anträge auf Förderung 2017 eingereicht werden. Informationen und Antragsformulare sind erhältlich auf der Homepage der LAG   www.lagrlp.de bzw. bei

Frau Ramona Dehoff, c/o Gedenkstätte KZ Osthofen
Postfach 1253, 67565 Osthofen
Telefon: 06242 / 91 08 - 25, Fax: 06242 / 91 08 – 29.
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die bewilligten Fördermittel werden nur bei zeitnaher Abrechnung ausgezahlt.

Veranstaltungen 2016:

Tagung "Zwangsarbeit in Rheinland-Pfalz" am 16. April in Osthofen, thematisch anschließend an die Info-Tagung in Koblenz am 15.11.2015. Vorgestellt wurden Rechercheergebnisse an mehreren Orten und zu verschiedenen Gruppen von Zwangsarbeitern.

Studienfahrt zu Gedenkorten in Südfrankreich vom 29. Oktober bis 1. November:

- Internierungslager Le Vernet d'Arriège, wo auch der Bad Kreuznacher Künstler Hugo Salzmann inhaftiert war (Projekt Joachim Hennig, Mahnmal Koblenz),

- zwei der Internierungslager, in die die Badener und Pfälzer Juden im Oktober 1940 verschleppt wurden: Rivesaltes bei Perpignan und Gurs in der Nähe von Pau,

- die kleine Ortschaft Oradour-sur-Glane, die 1944 von einem Massaker der Waffen-SS ausgelöscht wurde.

 

Homepage der LAG: lagrlp.de

Herr Hennig, der die Homepage seitens des Sprecherrats betreut, berichtet von jährlich durchschnittlich 10.000 Besuchern, d.h., dieses Online-Angebot der LAG hat sich zu einem wichtigen Informationsinstrument entwickelt, es wird jedoch leider von Mitgliedern noch nicht so intensiv wie möglich als Plattform genutzt. Dabei ist die Homepage mit ihrer Suchfunktion nach Begriffen ein wichtiges Recherchemittel für Aktivitäten und eine Basis für Vernetzung der Mitglieder in mehreren Schwerpunkten.

Er bittet daher die Mitgliedsorganisationen der LAG

- um regelmäßige Aktualisierung ihrer Berichte und Ankündigungen, und

- um Übersendung von Fotos, die Aktivitäten der Mitglieder darstellen, bei Beachtung der Bildrechte,

- das Verzeichnis der Stolpersteine zu aktualisieren.

Die neue eMail-Anschrift des Sprecherrates lautet: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Der Sprecherrat beschäftigte sich weiterhin mit

- dem Brand in der Synagoge Deidesheim, Eigentum der Stadt Deidesheim, der im Sommer 2016 wurde durch ein Feuer in einem benachbarten Anwesen ausgelöst wurde und hatte keinen politischen Hintergrund hatte;

- dem Gestapo-Keller und Grabstein Josef Bürkel in Neustadt/Weinstraße

Der Sprecherrat befasste sich mit Vorschlägen, den Keller im ehemaligen Gestapo-Haus zu einem Gedenkraum auszubauen, und mit der Aufstellung eines Grabsteins des Gauleiters Josef Bürkel auf dem Friedhof Neustadt. Der Grabstein war nach Ablauf der Liegefrist mit Zustimmung der Angehörigen abgebaut worden, die Denkmalbehörde bewertet den Grabstein als schützenswertes Denkmal und verlangt Wiedererrichtung, was öffentliche Auseinandersetzungen auslöste. Nach Auffassung des Sprecherrats ist eine Informationstafel im Fall der Wiedererrichtung unabdingbar.

Der Sprecherrat arbeitet mit

- im wissenschaftlichen Fachbeirat zur Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz arbeiten seitens des Sprecherrates der Vorsitzende Dieter Burgard und der stellvertretende Vorsitzende Joachim Hennig mit.

- in der Arbeitsgruppe NS-Krankenmorde bei der Geschichtskommission des Landtags ist der Sprecherrat durch seinen Vorsitzenden Dieter Burgard, den stellvertretenden Vorsitzenden Joachim Hennig und Frau Rosenau vertreten. Ziel ist eine Landestagung, in der die Geschichte der NS-Medizinverbrechen - Zwangssterilisation, Krankenmorde - in den damals zu Preußen, Hessen, Oldenburg und Bayern gehörenden Landesteilen aufgearbeitet wird, in Planung ist Herbst 2017 in Koblenz.

- im Forum der Landesarbeitsgemeinschaften zur Gedenkarbeit der Länder und in der Bundesgedenkstättenkonferenz, die jährlich gemeinsam tagen, sind vom Sprecherrat Dr. Franz-Josef Ratter und Eberhard Dittus delegiert. Die nächste Tagung findet vom 8.-10. Dezember 2016 in Köln statt.

 

TOP 2 Jüdische Friedhöfe

a) Pflegehinweise: Christof Pies

Herr Pies erläutert noch einmal rückblickend, welche Schwierigkeiten sich bei der Erstellung von Pflegehinweisen für jüdische Friedhöfe ergeben. Seit dem Jahre 2012 hat sich die LAG in zwei Fachtagungen, Gesprächen und Eingaben dieses Themas angenommen und zumindest eine Sensibilisierung bei den beteiligten Behörden (GDKE, ADD, Landkreise), vielen LAG-Mitgliedern und Privatpersonen erreicht. Manche Gemeinden haben die Diskussion zum Anlass genommen, ihren jüdischen Friedhof wieder in einen würdigen Zustand zu versetzen. Herr Pies verweist auf die große Bedeutung der fast 400 rheinland-pfälzischen jüdischen Friedhöfe als religiöse Kultstätten, Erinnerungsorte und Denkmale, die in den meisten Fällen die einzigen materiellen Überreste der langen jüdisch-deutschen Kultur seien.

Ziel aller Bestrebungen müsse es sein, alle Friedhöfe in RLP unter Denkmalschutz zu stellen, jedes Grab mit den wertvollen Inschriften zu dokumentieren, zu inventarisieren und für die Nachwelt zu sichern. Als Beispiel nannte er die Datenbank Epidat des Salomon-Ludwig-Steinheim Instituts in Essen, in der mittlerweile 2734 Grabmale aus Rheinland-Pfalz registriert und erforscht sind. Diese Arbeit müsse unbedingt fortgesetzt werden.

Herr Pies weist darauf hin, dass es von jüdischer Seite keine allgemeinen Pflegerichtlinien für jüdische Friedhöfe gibt, da jede jüdische Gemeinde ihre Angelegenheiten autonom regelt. Er verteilt Pflegehinweise, die die LAG mit der jüdischen Gemeinde Koblenz abgesprochen hat. Der zuständige Sachbearbeiter, Herr Zöphel, begrüße die Tipps, weil sie den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Pflegern der verwaisten Friedhöfe eine wertvolle Hilfe bieten.

Die Pflegehinweise sind auf der Website der LAG www.lagrlp.de /Arbeitsschwerpunkt Jüdische Friedhöfe einsehbar.

 

b) Synopse Jüdische Friedhöfe Rheinland-Pfalz: Renate Rosenau

Wie zuvor berichtet, stimmen die drei in RLP vorhandenen Listen der jüdischen Friedhöfe in Rheinland-Pfalz nach Anzahl, teilweise nach Fläche und Anschriften, nicht überein:

im Verzeichnis der Kulturdenkmäler der GDKE Generaldirektion kulturelles Erbe sind 298 jüdische Friedhöfe erfasst, diese sind als Denkmalzone bzw. in einem Fall als Einzeldenkmal ausgewiesen,
http://gdke-rlp.de/index.php?id=19109

das Verzeichnis der ADD Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier enthält 313 jüdische Friedhöfe, nach der die betreuenden Gemeinden auf Basis der Fläche jährlich Zuschüsse erhalten, die Flächenangaben stimmen mit der 1974 vom Landeshauptsarchiv erstellten Liste teilweise nicht überein.

Das Verzeichnis aus den 1990er Jahren, das mit Unterstützung der LpB und der Kulturstiftung des Landes angelegt aber nicht fertig gestellt wurde (Frau Strehlen, Bearbeiterin Claudia Pohl), listet 393 jüdische Friedhöfe., Diese Liste ist nur noch online einsehbar beim Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden, Heidelberg. Stand 2006.

http://www.uniheidelberg.de/institute/sonst/aj/FRIEDHOF/PFALZ/PROJEKTE/titel-rlp.htm

Um Abweichungen und Klärungsbedarf sichtbar zu machen, hat der Sprecherrat nach einem Gespräch mit der GDKE im Januar 2016 aus diesen drei Verzeichnissen eine Synopse erstellt und bittet die LAG-Mitglieder soweit möglich um ihre Mithilfe bei der Überprüfung der Angaben zu den jüdischen Friedhöfen in ihrem Nahbereich, vor allem der Anschriften.

Die Mitglieder werden vom Sprecherrat (Frau Rosenau) angeschrieben.

 

TOP 3 Namensnennung von Opfern der NS- "Euthanasie" (Renate Rosenau)

Anders als bei den jüdischen NS-Opfern wurde den personenbezogenen Schutzrechten der Opfer der Krankenmorde, auch denen Dritter (z.B. Angehörige), eine höhere Bedeutung eingeräumt als dem Forschungsinteresse und dem Interesse der Öffentlichkeit. Das führte dazu, dass im Gedenkbuch des Bundesarchivs nur knapp 2.000 jüdische Opfer der NS-"Euthanasie“ gelistet sind, die mehrere hunderttausend nicht-jüdischen Opfer dagegen nicht.

Bei Veröffentlichungen, z.B. in Texten und auf Mahnmalen, mussten die Namen der Opfer anonymisiert werden, es sei denn, die Angehörigen stimmten der Veröffentlichung zu (z.B. bei Stolpersteinen).

Diese Rechtsauffassung, die mit den Regelungen zum Schutz personenbezogener Daten in den Archivgesetzen und Informationsfreiheitsgesetzen des Bundes und der Länder begründet wurde, wurde in den vergangenen Jahren mehr und mehr kritisiert.

Jetzt ist aufgrund von Rechtsgutachten ein Wandel in der Bewertung der personenbezogenen Schutzrechte eingetreten. Eine Konferenz im Juni 2016 in Berlin diskutierte Handlungsempfehlungen für den gesicherten und konsensfähigen Umgang bei der Veröffentlichung der Namen der Opfer der NS-“Euthanasie“.

Als veröffentlichungsfähig wird demnach jetzt angesehen:

Name, Vorname Geburtsname

Geburtstag und –ort

Sterbetag und –ort

Dagegen unterliegen alle anderen Daten aus der Patientenakte der ärztlichen Schweigepflicht über den Tod hinaus, nicht nur Diagnosen, sondern auch Wohn- und Aufenthaltsorte (z.B. in verschiedenen Anstalten).

Ein Konferenzbericht, verfasst von Petra Fuchs, erschien jetzt im Gedenkstättenrundbrief Nr. 183 vom Oktober 2016, unter dem Titel NS-Krankenmorde: Den Opfern einen Namen geben,.

online zu lesen unter:

http://www.gedenkstaettenforum.de/nc/gedenkstaettenrundbrief/rundbrief/news/den_opfern_einen_namen_geben-4/2016/10/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=7

Eine Kurzfassung wurde bei der Mitgliederversammlung verteilt, siehe auch lagrlp.de

 

TOP 4: Nachwahl zum Sprecherrat

Beisitzerin Dr. Tina Schwenk ist aus beruflichen Gründen ausgeschieden. Der Wahlgang zur Nachwahl erfolgt nach Zif. 6(1) der Richtlinie der LAG, nach der fünf Beisitzer gewählt werden, wobei die Mitgliederversammlung über die Anzahl der weiteren zu wählenden Mitglieder des Sprecherrats entscheidet. Von der Mitgliederversammlung 2013 wurde die Anzahl der Beisitzer von sieben auf acht erhöht.

Vorschlag des Sprecherrates: Dr. Ulrike Winkler, AK Trier im Nationalsozialismus / AG Frieden e.V. Trier.

Anwesend: 21 stimmberechtigte Mitglieder und sechs Mitglieder des Sprecherrats.

Auf Wunsch der Mitgliederversammlung stellt sich Frau Dr. Ulrike Winkler vor. Geheime Wahl wird nicht gewünscht.

Ergebnis der Nachwahl: Ohne Gegenstimmen und Enthaltungen wird Frau Dr. Winkler zur Beisitzerin im Sprecherrat gewählt.

 

5. Berichte aus Mitgliedsorganisationen und anderen NS-Initiativen

a) Realisierung einer Holocaust-Gedenkstele in Odenbach am Glan“

Herr Rupertus Woehl, Förderverein ehemalige Synagoge Odenbach e.V., berichtet anschaulich über den langen Weg zu Realisierung einer Stele zum Gedenken an die jüdischen Odenbacher Opfer, die in der Nähe der ehemaligen Synagoge am 30. Oktober auf einem neu gestalteten Platz eingeweiht wurde (mit Förderung aus dem LAG-Fonds "Erinnern und Gedenken").

b) Stiftung Haus des Erinnerns - für Demokratie und Akzeptanz Mainz

Herr Joachim Schulte, Vorsitzender der Stiftung, berichtet über die Entstehung der Stiftung, die nach mehrjähriger Vorbereitung auf Beschluss des Stadtrates der Stadt Mainz im April gegründet und im Oktober vom Land anerkannt wurde. Mitglied sind die Stadt Mainz, der Landkreis Main-Bingen sowie Einzelmitglieder, weitere Mitglieder sollen gewonnen werden, die Stiftung soll in eine Bürgerstiftung umgewandelt werden. Der Stiftungsvorstand besteht aus dem Vorsitzenden Joachim Schulte, der stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Hedwig Brüchert sowie aus Dr. Ralph Erbar, der Beigeordneten der Stadt Mainz Marianne Grosse und aus Richard Patzke. Dem Stiftungsrat unter Vorsitz von Hans Berkessel gehören an: stellv. Vorsitzender Dr. Franz Teske, Angelika Arenz-Morch (LpB Gedenkstätte Osthofen sowie vier weitere Beisitzer.

Die Arbeit der Stiftung erfolgt in drei Stufen:

- Pfad des Erinnerns: im Januar 2017 wird eine Broschüre mit Stationen im Stadtgebiet Mainz erscheinen.

- Gedenkorte und Bildungsarbeit: hierzu wurde mit der Landeszentrale für politische Bildung ein Kooperationsvertrag geschlossen; eine erste Lehrerfortbildung befasste sich in Osthofen mit dem Einsatz der kürzlich erschienenen kommentierten Ausgabe von "Mein Kampf" im Unterricht. Die Deportationsrampe am Mainzer Güterbahnhof konnte für ein Erinnerungsprojekt gesichert werden.

- Haus des Erinnerns- für Demokratie und Akzeptanz: Hierfür wird im inneren Stadtgebiet Mainz eine geeignete Immobilie gesucht. Arbeitsgruppen befassen sich mit dem Konzept für die geplante Dauerausstellung.

c) "Leuchte des Exils. Zeugnisse jüdischen Lebens in Mainz und Bingen".

Herr Hans Berkessel, Verein für Sozialgeschichte Mainz und Vorsitzender des o.g. Stiftungsrates, stellt dies eben erschienene Buchprojekt vor, das ihm Rahmen des Antrags der SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz auf Weltkulturebene als erster Band einer geplanten Reihe entstanden ist. Nach historischernn Einführungen folgt ein Lesebuch mit Quellen aus der jüdischen Geschichte von Mainz und Bingen, beginnend im Mittelalter. Dem Buch liegt eine DVD mit Unterrichtsmaterialien bei. Das Buchprojekt wurde auch vom LAG-Fonds "Erinnern und Gedenken" gefördert.

2016 Nünnerich-Asmus Verlag & Media GmbH, Mainz, ISBN 978-3-945751-69-5,

für LAG-Mitglieder über Hans Berkessel 12,50 € (Im Buchhandel 17,90 €).

d) Wolfgang Spietz, Dokumentationszentrum Kriegsgefangenenlager Bretzenheim bei Bad Kreuznach, berührt die Frage der künftigen Arbeit der Initiativen und des Nachwuchses in der Gedenkarbeit und regt an, dieses Thema auf einem kommenden Treffen zu bearbeiten.

 

6. Verschiedenes: Veranstaltungen 2017:

 

Samstag, 11. März 2017 Ludwigshafen, LAG-Tagung: Die Arbeit des ITS International Tracing Service Bad Arolsen.
Referent: Dr. Henning Borggräfe, kommissarischer Leiter des ITS. LAG-Mitglieder erhalten eine Einführung in die vielfältigen Recherchemöglichkeiten beim ITS.

 

- Samstag, 10. Juni 2017, nächste Info-Tagung und LAG-Mitgliederversammlung,

Ort noch offen

 

- 27. Januar 2017 Bei der zentralen Gedenkveranstaltung des Landtags im Plenarsaal des Landesmuseums Mainz unter dem Thema: „Verfolgte Künstlerinnen und Künstler im Nationalsozialismus" wird die Journalistin, Autorin und Publizistin Lea Rosh die Gedenkrede halten. Auch bei der Eröffnung einer Ausstellung, die am 26. Januar im Foyer Abgeordnetenhauses eröffnet wird (bis 24. Februar) , wird Frau Rosh sprechen. Am 18. Januar findet im Plenarsaal des Landtags im Landesmuseum ein Gesprächskonzert mit dem Emil-Mangelsdorff-Duo statt.


- 9. bis 19.4.2017 Studienreise des Förderkreises Synagoge Laufersweiler nach Israel und Palästina vom 9. bis 19.4.2017. Information und Anmeldung an Christof Pies unter 06762/5269 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Niederschrift: Renate Rosenau

 


 

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