Niederschrift der Sitzung des Sprecherrates

am Montag, den 15.08. 2019 im Haus des Erinnerns - für Demokratie und Akzeptanz Mainz

Flachsmarkt-Straße 36, 55116 Mainz

Anwesende (x) entschuldigt (e):

x

Dieter Burgard, Vorsitzender

 

e

Axel Redmer

x

Joachim Hennig, stellv. Vors.

 

x

Renate Rosenau

e

Ramona Dehoff

 

x

Dr. Ulrike Winkler

x

Eberhard Dittus

 

x

für LpB: Uwe Bader

  Kerstin Hetzel

e

Johannes Graßl

 

x

x

Christof Pies

 

x

für HdE: Hans Berkessel

  und Cornelia Dold

zu TOP 1 und TOP 6

x

Dr. Franz-Josef Ratter

 

x

 

Beschlüsse / Aufträge

TOP

Thema

Auftrag

4

Jüdische Friedhöfe

Pies, Rosenau

5

Fonds, Bunkermuseum und Cochem

Burgard

7

Ehrenmal des deutschen Heeres

Burgard, Hennig

6

Mitgliederversammlung, Kandidaturen

nächste Sitzung

alle

8

Plattform deutsch-jüdische Geschichte in RLP

Burgard, Rosenau

 

T0P  1 Begrüßung, Anwesenheit, Tagesordnung

Niederschrift vom 2. Juni 2019, Bacharach: durch Umlauf abgestimmt, keine weiteren Einwendungen.

Hans Berkessel, Stiftungsvorstand, und Frau Cornelia Dold, Geschäftsführerin, begrüßen den Sprecherrat und freuen sich über die erneute Wahl des HDE als Tagungsstätte. Sie berichten, dass nach den ersten Aufgaben seit der Eröffnung jetzt mit der pädagogischen Arbeit begonnen wird.

Weiter siehe TOP 6.

 

TOP 2  Kurzberichte

2.1 Rückblick auf die Info-Tagung am 15. Juni in der Gedenkstätte Osthofen, Themenschwerpunkt: Neue Wege und Herausforderungen der Gedenkarbeit in RLP. Bericht Frau Hetzel: Mit 50 Teilnehmer*innen gut besucht. Bewährt hat sich die erstmals ganztägige Zeitplanung.

 

2.2 Gestapo-Haus in Neustadt: Herr Dittus berichtet, dass die Stadt Neustadt jetzt das Gebäude vom Land kauft. Das Nutzungskonzept liegt vor.

2.3 Herr Pies berichtet von der Gewährung von Bundesmitteln (Bundeslandwirtschaftsministerium BULE: Projekt „Was geht mich das an?“ - Das Forst-Mayer Studien- und Begegnungszentrum für das Landjudentum als ländliches Zentrum für Erinnerungskultur, politische Bildung und Integration) für den Förderverein Laufersweiler. Einstellung einer hälftigen Stelle für eine Mitarbeiterin, Workshops für jüdische, muslimische und christliche Jugendliche, Studienfahrten nach Weimar, Point Alpha, Buchenwald und Bergen-Belsen. Zuschuss der LpB für Sach- und Personalkosten als Folge des Landtagsbeschlusses zur Weiterentwicklung der Erinnerungsarbeit.

2.4 Herr Pies berichtet über die bevorstehende „Hunsruck Jewish Reunion“. Nachkommen von Hunsrücker Juden aus aller Welt wollen die Ausstellung über das Landjudentum besuchen: "Erwachet aus dem langen Schlafe" - Juden im Hunsrück, Schloß Simmern, Eröffnung 3. November (11:00 Uhr) bis 19. April. Förderverein Laufersweiler in Kooperation mit dem Hunsrück Museum Simmern

2.5 Dr. Elsner, LAG-Vertreter des Landeskrankenhauses, und Frau Rosenau, AG NS-Psychiatrie in Alzey/Rheinhessen, haben Anfang Juli mit dem Geschäftsführer des Landeskrankenhauses Dr. Gass ein Gespräch über die Zukunft der Gedenkarbeit in den Einrichtungen des Landeskrankenhauses geführt. Dabei wurde auch über die neuen Fördermittel für die Gedenkarbeit gesprochen.

2.6 Mainzer Opfer der NS-Euthanasie, Bericht Rosenau und Berkessel: Um diese NS-Opfer in die akustische und optische Darstellung im Gedenkraum im Haus der Erinnerung Mainz aufzunehmen, arbeiten ein junger Historiker auf Honorarbasis und Frau Rosenau an den Recherchen zur Erstellung der Liste bis Oktober 2019. In Vorplanung ist eine Präsentation zum 27. Januar 2020. Möglich wäre die Weiterführung zu einem Mainzer Gedenkbuch der Opfer der NS-Krankenmorde, ggfs im Rahmen einer Promotion (wie in Mannheim).

 

TOP 3  Umbenennung von Straßen und Gebäuden, die nach NS-Belasteten benannt sind

Aus dem Sprecherrat werden Beispiele aus mehreren Orten in RLP berichtet. Allen ist gemeinsam, dass Schulen, Straßen, Plätze nach Personen benannt sind, die Namen von Antisemiten tragen (Eduard Spranger-Schule Landau) oder aktiv in die Rassenpolitik der Nationalsozialisten verwickelt waren.

Die Kommunen tun sich mit Namensänderungen schwer. Namensänderungen werden abgelehnt mit Argumenten wie

man müsse diese Person in ihrem historischen Kontext sehen, ein Zusatzschild kläre über die NS-Vergangenheit auf, die Namensänderung verursache Kosten, die Feuerwehr und der ärztliche Notdienst würden die neue Anschrift nicht finden.

Herr Hennig berichtet von Koblenz, wo zahlreiche Straßen Namen von NS-Belasteten tragen, aber bisher kein einziges Koblenzer NS-Opfer durch eine Straßenbenennung gewürdigt wird.

Nach längeren öffentlichen Diskussionen, zu denen Herr Hennig in einer umfangreichen Artikelserie beigetragen hat, wurde vom Stadtrat eine Arbeitsgruppe eingesetzt und das Stadtarchiv mit Recherchen beauftragt. Nun soll eine einzige Straße den Namen eines jüdischen Mädchens tragen - stellvertretend für alle Opfer.

Die Kommunen könnten mit der Umbenennung solcher Gebäude und Straßen angesichts der Zunahme an Antisemitismus und anderen rechtsgerichteten Strömungen ein öffentliches Zeichen für ihre demokratische Gesinnung setzen.

 

TOP 4 Jüdische Friedhöfe Broschüre Pflege jüdischer Friedhöfe (Rosenau, Pies, Burgard):

Christof Pies hat zusammen mit Mitarbeitern in Simmern den mit dem Landesverband der jüdischen Gemeinden, der ADD, dem Innenministerium und der Generaldirektion kulturelles Erbe vereinbarten Text zu einer anschaulichen Broschüre gestaltet, deren Entwurf von Mitgliedern des Sprecherrates gegengelesen wurde. Nachträgliche redaktionelle Korrekturwünsche des Innenministeriums konnten berücksichtigt werden, jedoch keine inhaltlichen.

Angeregt, aber kontrovers diskutiert wird eine Übersetzung ins Russische (Englische?)

Die Broschüre wird rechtzeitig zum Landespräventionstag am 29. August vorliegen.

Beschluss: Auflage 1.000 Stück.

Frau Rosenau wird Herrn Pies die Synopse Jüdische Friedhöfe in RLP (2017) nach dem letzten Stand mailen. Weder von der GDKE noch von der ADD sind Reaktionen auf die von uns in der Synopse belegten Differenzen der jeweiligen Listen bekannt.

 

TOP 5  Fonds Erinnern und Gedenken sowie Aufnahmeanträge

 

TOP 6  Mitgliederversammlung und Fachtagung am 30. November 2019

Ort: Haus des Erinnerns - für Demokratie und Akzeptanz Mainz

Flachsmarkt-Straße 36, 55116 Mainz.

Der Sprecherrat dankt Herrn Berkessel und Frau Dold, dass sie die Durchführung in ihrem Haus ermöglichen.

 

6.1 LAG Mitgliederversammlung mit Wahlen.

Themen: Bericht des Vorsitzenden, Kurzberichte (u.a. Dr. Winkler: Gedenken an "Asoziale" und "Berufsverbrecher", kurze Einführung für eine mögliche Fachtagung/Infoseminar 2020; Broschüre jüdische Friedhöfe).

Wahl/Kandidaturen: Die meisten Sprecherräte sagen ihre erneute Kandidatur zu, einige sind noch unentschieden. Es ist abzusehen, dass in zwei Jahren voraussichtlich fünf Sprecherratsmitglieder nicht mehr kandidieren, darunter der Vorsitzende und der stellv. Vorsitzende. Bei der Beratung dieses Problems wird vorgeschlagen, mögliche Kandidat*innen zu Sitzungen des Sprecherrats einzuladen und ggfs bei der kommenden Wahl die Anzahl der Sprecherratsmitglieder zu erhöhen.

Wiedervorlage beim Sprecherrat am 31. Oktober.

6.2 Fachtagung "Neue Formen der Gedenkarbeit:

Herr Burgard konnte als Hauptreferenten gewinnen:

Dr. Harald Schmid, Historiker bei der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten, Vorstandsmitglied Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein, Mitglied im Forum der Landesarbeitsgemeinschaften.

Dr. Elke Gryglewski, stv. Direktorin der Gedenkstätte und Leiterin der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz.

 

Geplanter Ablauf: Nach der Eröffnung um 9:45 Uhr die beiden Hauptreferate:

10:00 Dr. H. Schmid

11:30 h Dr Elke Gryglewski

Mittagspause

14:00 bis 15:00 Uhr Aussprache im Plenum

15:00 Mitgliederversammlung.

Ende ca. 16:00 Uhr.

 

TOP 7 Ehrenmal des deutschen Heeres

 siehe Niederschriften der letzten beiden Sitzungen.

Vom Kuratorium des Ehrenmals des deutschen Heeres, Festung Ehrenbreitstein, liegt jetzt eine Terminanfrage für ein Gespräch vor.

 

TOP 8  Plattform / Tagung mit dem IGL zum Judentum in Rheinland-Pfalz

Frau Rosenau hat die möglichen Teilnehmer zusammen gestellt. Herr Burgard wird sie anschreiben.

Herr Pies regt an, die Teilnehmer während der Laufzeit der Ausstellung in das Schloß Simmern einzuladen. (siehe TOP 2.4 Ausstellung "Erwachet aus dem langen Schlafe" - Juden im Hunsrück, Schloß Simmern, 3. November bis 19. April).

 

TOP 9 Verschiedenes u.a.

9.1 Nächster Sprecherratstermin: 31. Oktober, 13:30, Koblenz.

9.2 Europ.Tag der jüdischen Kultur  2019, Meldung von Veranstaltungen an Herrn Burgard

9.3 Landtag, 3. September, 16:00 Uhr: Vorbereitung des Gedenktages 27. Januar,

              Rahmenthema: Verfolgung von Homosexuellen.

9.4 Jüdische Kulturtage in Mainz und Worms, Programmhefte wurden vereilt.

 

Niederschrift:

Renate Rosenau

 

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