Niederschrift der konstituierenden Sitzung des Sprecherrates

am Donnerstag, den 16. Januar 2020 13:30 Uhr bis 16:00 Uhr, Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz

Nächste Termine:

Sprecherrat: Montag, 23. März, 13:30 Uhr, Niederzissen

 

 

Anwesende (x) entschuldigt (e):

x

Dieter Burgard, Vorsitzender

 

x

Georg Mertes

x

Joachim Hennig, stellv. Vors.

 

x

Christof Pies

x

Eberhard Dittus

 

x

Dr. Franz-Josef Ratter

x

Dr Cornelia Dold

 

x

Axel Redmer

x

Alice Fuß

 

x

Renate Rosenau

e

Dr. Thomas Grotum

 

e

Ksenia Stähle-Müller

e

Lena Haase

 

e

Dr. Ulrike Winkler

x

Richard Keuler

 

ständige Gäste LpB:

e

Nina Klinkel MdL

 

e

  Uwe Bader

x

Maurice Kuhn

 

x

  Kerstin Hetzel-Illing

 

 

Beschlüsse / Aufträge

TOP

Thema

Auftrag

2

Liste der Erinnerungsorte

Fuß

2

Mitgliederliste

Rosenau an Mertes und Hetzel-Illing

5

Fonds

Mertes

8

Gründung Plattform jüd. Leben in RLP

Burgard, Pies

9.4

Terminvereinbarung Landeskrankenhaus

Burgard, Dr. Elsner, Rosenau

 

T0P 1 Begrüßung, Anwesenheit, Tagesordnung

 Um 13:30 begrüßt der Vorsitzende die alten und neuen Mitglieder des Sprecherrats. Entschuldigt: siehe oben.

Die Tagesordnung wird im Laufe der Sitzung ergänzt.

Der Vorsitzende dankt Frau Dr. Dold, der Leiterin des Hauses des Erinnerns, für die Gastfreundschaft sowohl für die Fachtagung mit Mitgliederversammlung am 30. November als

auch für die heutige Sitzung des Sprecherrates.

Beschluss: Als Dank und Anerkennung wird der Vorsitzende die ausgeschiedenen Mitglieder des Sprecherrats Ramona Dehoff und Johannes Graßl zu einem Mittagessen eingeladen.

 

TOP 2 Konstituierung des neuen Sprecherrates

Der Vorsitzende gibt einen kurzen Überblick über Entstehung und Entwicklung der LAG,

die am 1. April 2001 mit 19 Mitgliedern gegründet wurde. Dem Sprecherrat gehören seitdem Dieter Burgard als Vorsitzender, Joachim Hennig und Eberhard Dittus an, sowie Uwe Bader als Ständiger Gast der LpB. Heute gehören 73 Mitglieder, darunter mehrere sowie Institute von bzw. an Universitäten der LAG an. Aufgrund der zunehmenden Arbeitsbereiche wurde die Anzahl der Beisitzer in Abständen auf nun 15 erhöht. Als ständige Gäste der LpB nehmen Uwe Bader und Kerstin Hetzel-Illing, Gedenkstätte Osthofen, an den Sitzungen des Sprecherrats teil.

Tagesordnung

Das Verfahren, bei Sitzungen des Sprecherrats jeweils ein aktuelles Thema ausführlicher zu beraten, wird beibehalten. Ein Mitglied des Sprecherrates übernimmt die Vorbereitung.

Die Arbeitsbereiche des Sprecherrates werden wie folgt angepasst: siehe nächste Seite

Ergänzungen nächste Sitzung.

Fonds "Erinnern und Gedenken"

Georg Mertes übernimmt von Ramona Dehoff die Verwaltung des Fonds (…), ein Landeszuschuss über den Haushalt der LpB. Die Hälfte davon wird für den Sprecherrat verwandt: Sitzungen, Fahrtkosten, Mitgliederversammlung, Fachtagungen, Referenten, Flyer, Broschüre. Aus der anderen Hälfte des Fonds erhalten Mitglieder auf Antrag und Nachweis Zuschüsse für nachhaltige Projekte bis 50% der nicht gedeckten Kosten. Die Anträge werden jetzt an Herrn Mertes gerichtet, der sie überprüft und dem Sprecherrat vorlegt. Die Auszahlung bewilligter Zuschüsse erfolgt bei Abrechnung über die LpB-Buchhaltung Mainz, aktuell Frau Möhner für Frau Wilhelm.

Die Anträge auf Mitgliedschaft werden an den Vorsitzenden gerichtet (Formblatt anpassen).

Die Mitgliederliste wird von Georg Mertes geführt und mit Osthofen wegen der Einladungen zu Info-Tagungen und Fachtagungen abgeglichen. Frau Rosenau sendet die aktualisierte Liste an Georg Mertes und Kerstin Hetzel-Illing.

 

Außenvertretung

hier: Bundesgedenkstättenkonferenz (jährlich im Dezember) und Forum der Landesarbeitsgemeinschaften (jährlich im Dezember und eine weitere Sitzung in Berlin):

Dr. Ratter sowie Georg Mertes anstelle von Herrn Dittus, der erklärt, dass er aus dieser Aufgabe auszuscheiden beabsichtigt.

 

Weitere Außenkontakte

Frau Rosenau nimmt an den Frühjahrs- und Herbsttagungen des Arbeitskreises zur Erforschung der nationalsozialistischen "Euthanasie" und Zwangssterilisation teil (nicht für LAG).

Schriftführung /Niederschrift:

Renate Rosenau führt sie noch ein weiteres Jahr

Homepage (Joachim Hennig/Dieter Burgard, siehe auch TOP 6) Die Homepage wird durch Berichte und Aufsätze aus den Reihen der LAG ständig ergänzt und aktualisiert.

Online-Mitglieder-Rundbrief:  Dr. Ratter, Alice Fuß und Maurice Kuhn.

Der Rundbrief soll unter dem Namen "LAG im Dialog" (Niederschrift vom 03.06.2019) zusätzlich zur Homepage mit aktuellen kurzen Nachrichten und Hinweisen den direkten und regelmäßigen Kontakt zu und zwischen den Mitgliedern herstellen. Der Rundbrief wurde 2018/19 mehrfach beraten, bisher wurde diese neue Kommunikationsform zwischen den Mitgliedern und dem Sprecherrat noch nicht gestartet.

Erinnerungsorte:

Es fehlt eine Liste der Erinnerungsorte in Rheinland-Pfalz. Alice Fuß wird sie in Kontakt mit dem Pädagogischen Landesinstitut Bad Kreuznach und der LpB erarbeiten.

TOP 3 Rückblick auf die Fachtagung/ Mitgliederversammlung / Niederschrift

vom 30. November 2019, Mainz

Die Niederschrift der Mitgliederversammlung wurde online verteilt.

An der Fachtagung nahmen über 50 Personen teil, an der Mitgliederversammlung 41 Personen sowie Gäste. Die Vorträge kamen gut an.

Die Resolution Gegen Hass und Terror – für Toleranz, Menschenrechte, Freiheit und Demokratie

fand wenig Resonanz in der Presse.

Der Auftrag der Mitgliederversammlung, gegen die Aufhebung der Gemeinnützigkeit des VVN Stellung zu beziehen, wurde vom Forum der LAGs in Flossenbürg aufgenommen (siehe TOP 4)

Beschluss: Der Sprecherrat wird künftig in der 2. Jahreshälfte zu einer ganztägigen Fachtagung mit Mitgliederversammlung einladen.

Es wird vorgeschlagen, für die Fachtagung öffentlich einzuladen.

TOP 4 Bundesgedenkstättenkonferenz und Forum der LAGn am 04.-06.12.2019

in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg mit der Tagung des Forums der Landesarbeitsgemeinschaften.

Teilnehmer: Dr. Franz Josef Ratter, Eberhard Dittus.

Dr. Ratter hat einen schriftlichen Bericht vorgelegt (siehe Anlage), der beraten wird.

Beraten werden insbesondere die Vorschläge zu Aktionen zum 75. Jahrestag der Befreiung und die Vereinsgründung des Forums der LAGn, für die noch weitere Klärung erforderlich ist. Dr. Ratter wird den Entwurf der Satzung dem Sprecherrat mailen.

Das neues Förderprogramm des Bundes "Jugend erinnert" soll möglichst vielen Jugendlichen den Besuch eines Lernorts der NS-Vergangenheit ermöglichen. Es wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend direkt, nicht über die Länder, abgewickelt (https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/alle-meldungen/neues-programm-ermoeglicht-ueber-10-000-gedenkstaettenfahrten-fuer-jugendliche/133246)

TOP 5: Fonds Erinnern und Gedenken, Aufnahmeantrag

Fonds:

1. Ausgaben 2019: Die Liste der Ausgaben liegt vor und wird z.K. genommen. Sechs Anträge von Mitgliedern wurden (…) bezuschusst.

2. Neue Anträge:

AK Judentum im Wasgau: Otmar Weber beantragt einen Zuschuss (…) für die neue Homepage: https://www.judentum-im-wasgau.de/.

Beschluss: Zustimmung.

Förderverein Jüdisches Gedenken Frankenthal: Filmveranstaltung "Die Unsichtbaren" Zusammenarbeit mit Schulen am 27.Januar 2020 zirka 10.45 Uhr.

Beschluss: Zustimmung.

Förderverein Gedenkstätte KZ-Außenlager Cochem e.V. beantragt mündlich einen Zuschuss für eine Exkursion, z.B. Natzweiler.

Der Verein wird um Vorlage des üblichen Antrags gebeten.

Arbeitskreis Geschichte der Juden in Pirmasens, Karin Streppel, Antrag auf Bezuschussung der Wiederauflage von Kinder in Laguette 1939-1989-2019. 27 Kinder aus der Saarpfalz im französischen Exil, Nachdruck aus Alfred H. Kuby, Pfälzer Juden gestern und heute, 1992.

Beschluss: Dem Arbeitskreis wird Mitgliedschaft in der LAG vorgeschlagen.

Aufnahmeantrag:

Stolpersteingruppe Guntersblum vom 6. Jan. 2020, Frau Melitta Bender

Dem Aufnahmeantrag liegt eine ausführliche Darstellung der Arbeit der Gruppe bei.

Beschluss: Aufnahme

TOP 6 Homepage / Artikel

1. Unter "Wissenswertes" werden vermehrt Beiträge von LAG-Mitgliedern eingestellt.

2. Bericht über Leserbriefe in der Rheinzeitung (Hennig).

In einem Leserbrief wurde der Bericht über einen Zeitzeugen als unhistorisch kritisiert, der Autor des Leserbriefs hatte dabei verschiedene Dokumente übersehen oder missverstanden.
Herr Hennig hat eine ausführliche Richtigstellung verfasst, die in der Rheinzeitung als Leserbrief erschien.

TOP 7 Ehrenmal des deutschen Heeres in Koblenz-Ehrenbreitstein

siehe dazu Niederschriften des Sprecherrates aus dem Jahr 2019

Nach der Anregung des Sprecherrats auf Änderung des Textes des Ehrenmals, auf die brüskiert reagiert worden war, fand nun am 2. Dezember ein Treffen am Ehrenmal mit dem Kuratorium des Deutschen Heeres und Vertretern des wissenschaftlichen Fachbeirates der Landeszentrale für politische Bildung statt. Aus Gründen des Denkmalschutzes soll das Ehrenmal selbst nicht verändert sondern durch eine Ergänzungstafel zu interpretiert werden. Der wiss. Fachbeirat der LpB wird den Vorschlag am 19. Mai beraten.

TOPGründung einer Koordinierungsstelle für jüdisches Leben in RP  am 1.04. in Simmern, Hunsrück-Museum, 10:00 Uhr.

Zur Vorgeschichte zu diesem Termin wurde eine Zusammenstellung gemailt (Rosenau).

Einladung: Herr Burgard verschickt in den nächsten Tagen eine Terminankündigung und Ende/Februar eine Einladung. Gerechnet wird mit

Logistik: Christof Pies übernimmt die Einladung des Bürgermeisters, die Vorbereitung der Verpflegung.

Im Zusammenhang mit der Tagung kann die Ausstellung "Jüdisches Leben auf dem Lande - Juden im Hunsrück" besucht werden, deren Besucherzahlen die Erwartungen weit übertreffen.

TOP 9 Verschiedenes

1. 1700 Jahre jüdisches Leben, siehe https://www.1700jahre.de/

Vom Jahr 321 stammt eine Kölner Urkunde, die Kaiser Konstantin in Trier ausgestellt hat. In Köln wurde der Verein 321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V. gegründet. Näheres siehe https://www.1700jahre.de/

Dieter Burgard berichtet über das erste Treffen für Rheinland-Pfalz in der Staatskanzlei am 26. Oktober. Beabsichtigt und erhofft ist die Darstellung der bunten Vielfalt des jüdischen Lebens in RLP durch eine starke Beteiligung. Mitmach-Formulare siehe Website.

2. Broschüre Pflegehinweise für die jüdischen Friedhöfe.

Die kritischen Anmerkungen von Rab. Vernikovsky, Mainz, zu einigen Details werden z.K. genommen.

3. Nächste Info-Tagung in Osthofen am Samstag, den 27. Juni widmet sich dem Thema Gedenken an sog. Asoziale im NS (siehe Beitrag von Dr. Ulrike Winkler, Niederschrift vom 3. Juni 2019, Bacharach). Die LAG-Mitglieder werden um Berichte gebeten.

4. Arbeitsgruppe nationalsozialistische "Euthanasie" in Alzey/Rheinhessen in Zusammenarbeit mit der Rheinhessen-Fachklinik Alzey.

Frau Rosenau berichtet über die mehrjährigen Bemühungen, die Arbeit der Arbeitsgruppe in die Struktur der Rheinhessen-Fachklinik bzw. des Trägers Landeskrankenhaus einzubinden.

Ein Gespräch mit dem Geschäftsführer Dr. Gass mit Herrn Dr. Elsner und Frau Rosenau im Juli 2019 blieb bisher ohne Reaktion.

Beschluss: Terminvereinbarung mit Dr. Gass (Burgard, Dr. Elsner, Rosenau).

5. Synagoge Beilstein: Dies Gebäude mit Rabbinerwohnung ist in Privatbesitz steht zum Verkauf, bei Vorverkaufsrecht der öffentlichen Hand. Der Sachstand ist unbekannt.

6. Nächster Sprecherratstermin: Montag, 23. März 2020, 13:30 Uhr,

auf Einladung von Richard Keuler in Niederzissen in der Ehemaligen Synagoge Niederzissen, Mittelstraße 30, 56651 Niederzissen (www.ehem-synagoge-niederzissen.com)

12:30 Uhr Mittagsimbiss auf Einladung des Kultur- und Heimatvereins Niederzissen.

7. Das Land unterstützt weiterhin bedürftige Personen bzw. deren Angehörige, die Opfer von Zwangssterilisierung bzw. Krankenmord wurden. Anfragen leitet Herr Burgard, Antisemitismusbeauftragter, Staatskanzlei, weiter.

8. Die Akten der Wiedergutmachungsfälle in Saarburg sollen mit den Arolsen Archiven vernetzt werden. In Saarburg lagern Akten von Rheinland-Pfälzern sowie von emigrierten Personen in den USA und in Israel.

Niederschrift:

Renate Rosenau

 

TOP 4: Bericht Dr. Franz-Josef Ratter

8. Bundesweite Gedenkstättenkonferenz 4.-6.12.2019 in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

75 Jahre nach der Befreiung – 25 Jahre nach dem 50. Jahrestag

Gedenkstätten zwischen der Zeitzeugenschaft und staatlich verordneter Erinnerung

Einmal jährlich treffen sich im Rahmen einer bundesweiten Konferenz drei Arbeitsgemeinschaften, die sich mit der Gedenkarbeit der NS-Zeit befassen. Dies sind:

a) Bundes- und Landeszentralen für politische Bildung

b) AG-KZ-Gedenkstätten

c) Forum der Landesarbeitsgemeinschaften.

Traditionell tagen die drei Gruppierungen am ersten Tag für sich getrennt.

Am ersten Abend beginnt der erste gemeinsame Veranstaltung mit Vortrag, Kommentation durch Podiumsgäste und gemeinsamer Diskussion.

Der zweite Tag befasst sich in unterschiedlichen Arbeitsgruppen mit unterschiedlichsten Themen, die aus den einzelnen Teilnehmergruppierungen genannt wurden.

Der dritte und Abreisetag dient dazu die Gedenk- bzw. Dokumentationsstätte des Konferenz-ortes vorzustellen.

 

Zum Forum der LAGn:

Das Forum trifft sich zweimal im Jahr. Das zweite Treffen findet i.d.R. in den Räumen der Topographie des Terrors in Berlin statt.

 

Forum in Flossenbürg am 4. 12. 2019

TOP 1: Formalien

TOP 2: Vereinsgründung:

Schwerpunkte waren einmal mehr die geplante Vereinsgründung. Die Grundzüge für die Vereinsgründung wurden vom Referenten der im November stattgefundenen Fachtagung Dr. Harald Schmid seinerzeit dargestellt. Bei der Diskussion des Satzungsentwurfes und seiner Präambel zeigten sich doch noch so viele Fragen, sodass eine Kommission bestimmt wurde, diese Fragen und insbesondere die Formulierung noch einmal zu überarbeiten. Insbesondere die Ost-West-Thematik mit Gedenkarbeit bezüglich der SED-Zeit, die häufig von „rechten“ Gruppierungen initiiert wird, war Gegenstand der Diskussion.

Beschluss: Der Weg soll weitergegangen werden. Die AG-KZ-Gedenkstätten werden eingeladen und haben auch zwischenzeitlich ihre Zustimmung zur Vereinsgründung gegeben.

 

TOP 3: Umfrage zur Situation/Ausstattung der Gedenkstätten

Auch dazu hatte sich Dr. Schmid, der Initiator und wissenschaftlicher Begleiter der Umfragen ist, auf der Fachtagung geäußert. Insgesamt 57 von 300 Fragebögen wurden beantwortet. Die detallierte Auswertung soll noch in schriftlicher Form zur Verfügung gestellt werden. Auch die Differenzierung der einzelnen Initiativen sollen noch weiterentwickelt werden. Insbesondere bei der Frage nach Besuchern sind die Unterschiede naturgemäß äußerst groß: So sind bei Initiativen, die wissenschaftlich arbeiten von Besuchern i.d.R. überhaupt nicht betroffen, Dokumentationszentren dagegen sehr wohl. Stolpersteininitiativen werden dagegen überhaupt keine Angaben zu Besucheranzahlen geben können.

 

TOP 4: Veranstaltungen der LAGs zum 75. Jahrestag Kriegsende 2020

Es zeichnet sich eine geringe Teilnahme zu diesem Thema in den einzelnen LAGn ab.

TOP 5: Bundesprogramm „Jugend erinnert“ Das Programm läuft mit zur Zeit 29 Anträgen. Es stehen insg. 9 Mio € zur Verfügung. Neu ist bei diesem Programm, dass sich jede Gedenkstätte direkt an die Bundesregierung wenden können und: dass auch Personalstellen beantragt werden können. So sind in Schleswig-Holstein allein 2 Anträge schon bewilligt (insges. 500.000€) ein dritter wird noch einmal nachgeschoben.

An dieser Stelle wurde ausführlich über die steuerrechtliche Situation des VVN diskutiert und eine Resolution angeregt. Punkte: Die letzten Endes von der Gesamtkonferenz verabschiedete Resolution geht dabei auf einen Vorschlag aus der LAG Hessen zurück. Wesentliche Punkte bei der Diskussion waren der Vorwurf des Linksextremismus bei der VVN, aber auch die Umstände der Finanzierung durch die DDR.

 

TOP 6: Berichte aus den LAGn

Es waren insgesamt 11 Länder vertreten, wobei es in mehreren Ländern keine eigene LAG gib (u.a. Bayern, Berlin; Niedersachsen, Thüringen...) Mehrere Neumitglieder waren vertreten, z.B. Saarland, Sachsen i.G.

1) RLP:

Fachtagungen jetzt als eigenständige Veranstaltung; neuer Sprecherrat seit November mit erheblicher Vergrößerung; Schwerpunkt: jüd. Friedhöfe; Benennung und Umbenennung von Straßen; Erklärung nach Halle; Ehrenmal des Heeres auf Ehrenbreitstein; Schwerpunkte Opfergruppen: „Asoziale und Berufsverbrecher“. Vorhaben 2020: Gründung einer Koordinierungsstelle für jüd. Leben in RLP; Flashmob NW;

2) Bremen:

Marcus Meyer: Bunker Valentin von Mietzahlungen befreit.

3) Niedersachsen:

Martina Staats: keine LAG sondern Stiftung.

4) Schleswig-Holstein:

Harald Schmid: neu: 4 hauptamtliche Stellen; Schwerpunkt: Inklusion innerhalb der Gedenkstätten (Teilhabe aller) 500.000 € für Baumaßnahmen (Bunker Kiel); vermehrte Äußerungen in gesellschaftlich relevanten Gruppen.

5) NRW:

Kirsten John-Stucke: Ausstellung im Landtag mit je einem Ausstellungsstück aus jeder Sammlung; Griechenland-Besuch mit Gegenbesuch; Internationalisierung der Gedenkarbeit mit Israel, Polen, Griechenland.

6) Hessen:

Renate Dreesen: Archivtage; Broschüre mit Darstellung aller LAG-Mitglieder; Schwerpunktthema: Zirkus i.d. NS-Zeit, Zirkus Althoff als „Gerechter der Völker“, Veranstaltung mit Stav Meishar zum Thema „The Espace Act“ , circensischer Auftritt zum Thema (Ist zu buchen. www.stavmeishar.com).

7) Bayern:

Klaus Schultz: keine LAG sondern Stiftung.

8) Sachsen:

Josephine Ulbricht und Jonas Kühne: LAG beim Finanzamt Förderung bei Demokratieförderung beantragt; Regionalkonferenzen (Ostsachsen, Lausitz...) Veranstaltungen zur Faschismustheorie; Jugend erinnert-Antrag ist gestellt; Homepage; Schwierigkeiten: Abnabelung von der Kulturstiftung Gedenkstätten; Abgrenzung zu den z.T. rechten Erinnerungsgruppierungen.

9) Meck-Pom:

Rainer Stommer: Schwerpunkte: Doku-Zentrum Rostock-Lichtenhagen; „Rechtsextremisten in der DDR“.

10) BaWü:

Gertrud Graf: Schwerpunkte: Heidelberg; Hotel Schiller, Stuttgart (nächste Konferenz!); Ehrenrat; Euthanasiemorde nach öffnen des Bundesarchivs; Denkmal Hans Eisler;

11) Saarland:

Frank-Matthias Hofmann: 90 Mitglieder, u.a.: Landtag als Gastmitglied; 2 Mal jährlich Newsletter, weiteres siehe Protokoll Fachtagung vom Nov.19;

 

Zum Schluss wurde zusammen mit der AG KZ-Gedenkstätten die Resolution zur VVN "Gegen den Entzug der Gemeinnützigkeit der VVN-BdA" verabschiedet.(siehe Mitgliederversammlung Mainz 30.11.19, und Anhang weiter unten).

Plenarsitzung: 4.12.2019 Geschichtskultur 75 Jahre nach der Befreiung vom NS-Regime

Begrüßung: durch Jörg Skribeleit (Flossenbürg) und Thomas Lutz.

Moderation: Stefan Maier, Programmchef Bayern 2 Kulturradio

Dr. Nevermann (Staatssekretär a.D. und Bruder von Anke Fuchs) setzt drei Punkte:

a) Begegnungen mit Habermas,

b) Michael Moore’s Bewunderung für die deutsche Gedenkarbeit und

c) Rechtspopulismus (insbes. Dresden und NPD).

Zu c)

1.Rechte schaffen es durch bewusste Provokation auf sich aufmerksam zu machen.

2. Profilierungsrelevante Themen wurden von der Politik an die Ränder abgegeben. Trotzdem habe er den Glaube an Argumente und Vernunft als Fundament nicht aufgegeben. 25% rechts-afines Publikum; Feststellung eines ambivalenten Liberalisierungsprozesses; Wahlergebnisse sind v.a. auf Nichtwähler zurückzuführen;

Frau Gorelik (Journalistin und Schriftstellerin; „Mehr schwarz als Lila“) konstatiert bezüglich Gedenkarbeit die Einstellung von Jugendlichen: früher: „ Kann es nicht mehr hören...“; heute: „worüber reden wir überhaupt?“ These: „ Gedenkstätten werden zum Reparaturbetrieb für Rechtsruck“.

Donnerstag, 5.12.19: „Open space“ Diskussion:

Arbeitsgruppen:

A. Zukunft der Gedenkstätten/Bed. von Hafterfahrungen o.ä. für die 2./3. Generation

B. Positionspapier der BGK 2018: Zwischenbilanz, politisches Mandat von Gedenkstätten, Sichtbarkeit von Gedenkstätten in gesellschaftlichen Debatten

C) Identifizierung von Häftlingen ersetzt durch

„Mobile Denkmahltopographie in Deutschland - Grenzen der Erinnerungsarbeit“ am Beispiel von Aktionen des Zentrums für politische Schönheit (Grabmahl v.Papen’s und Asche aus der Umgebung von Ausschwitz, sowie Diskussion über die Forderung nach nationalen Opferdenkmals am Beispiel Polens. (Geht zurück auf eine Anregung aus dem Sprecherrat RLP)

D) Politischer Einfluss auf Gedenkfeiern und Gedenkstättenarbeit

E) Paradoxien der „Anti-Antisemitismusarbeit“ an Gedenkstätten

F) Gemeinsame Aktionen 2020/soz. Medien/Kalendarium

G) Offene Arbeitsgruppe

Die Berichterstattung zu den Arbeitsgruppen ist schlechthin nicht möglich. Es wird auf das offizielle Protokoll verwiesen.

 

Plenarsitzung am Donnerstag 14:00 Uhr

Jahrestage der Befreiung von NS-Regime – Politik und Gedenken im Jahr 2020

Impulsreferat von Hartmut Koschyk ( ehem. Parl. Geschäftsführer der CSU BT-Fraktion, Mitglied in den Enquete-Kommissionen „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur“ mitverantwortlich für das Gedenkstättenkonzept 1988)

Koschyk stellt ausführlich die Gedenkarbeit aus der Sicht des Bundes dar. Jedoch Länderhoheit bei Kunst und Kultur! Änderung der Politik ab Wiedervereinigung. Bezug auf Faulenbach’sche Formel: „Die Beschäftigung mit beiden Diktaturen darf nicht zu Relativierungen des jeweils anderen Systems führen. Forderung: nicht nur Jugendliche, sondern auch nachholende Initiative bei allen gesellschaftlichen Strukturen. Nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer (u.a.) müssen sich der Thematik stellen. Versuch der AfD das Narrativ der Geschichte zu verändern.

In der nachfolgenden Diskussion bekennen sich die MdL Erhard Grundl von Bündnis90/Die Grünen, Thomas Hacker FDP, Marianne Schieder SPD, ausdrücklich zur Gedenkarbeit, sehen aber insbesondere durch die Länderhoheit nur begrenzte Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung. Skribeleit weist auf Studie hin, die die Glaubwürdigkeit der Authenzität der Gedenkstätten als verbesserungswürdig ansieht. Digitalisierung ist kein Ersatz. Er sieht Jahrestage kritisch, da die Einzelinteressen stark zugenommen haben. Beispiele: Pflichtbesuche, Jugend erinnert, Euthanasieprojekt in erlangen, Nationales Denkmalprojekte... Auch Grundl sieht die Jahrestage als gefährlich an: „Antworten muss man suchen, nicht haben!“ Schieder fordert langfristiges Denken, nicht nur in Kategorien wie zeitl. befr. Arbeitsvertäge. Alle geloben Verbesserungen in der überparteilichen Zusammenarbeit bezügl. des Themas.

Bei dem abschließenden Plenum am Abend ging es um die Vorstellung gemeinsamer Aktivitäten der Gedenkstätten im Jahr 2020:

Elke Gryglowski vom Haus der Wannseekonferenz und

Iris Groschek von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme informierten.

-#75liberation-gemeinsame Aktion in den sozialen Medien im 75. Jahr der Befreiung. Dabei geht es um eine reine Onlineaktion für kleinere und größere Gedenkstätten. Mit dem #-Zeichen versehene Themen sollten Aufmerksamkeit im Jugendlichen Social-media-Bereich angeregt werden. Zum Beispiel: #Museum30; #archive30; oder: #NS-Gedenken Oktober2018;           

#Lichter gegen Dunkelheit ist eine weitere gemeinsame Aktion in den social media Bereichen: Bis zum 5.12. waren daran ca. 80 Initiativen  beteiligt. Es geht darum die Gedenkstätten mit Illuminationen stärker ins Bewusstsein zu ziehen. Die Fotos der Illumiationen werden dann über Internet verbreitet. Diese Aktion sollte noch im Januar bis Mai überarbeitet werden. Man könne sich noch jederzeit beteiligen.

„Flashmob“ der Gedenkstätten: keine Angaben.

Weitere Information auf www.ghwk.de; (Haus der Wannseekonferenz)

Den Abschluss der bundesweiten Gedenkstättenkonferenz bilden die Berichte der jeweiligen Arbeitsgemeinschaften:

- 1. Forum:

- a) Verabschiedung der Resolution zum VVN;

- b) Umfrage sollte möglicherweise einer fundierten Studie zugeführt werden;

- c) Vereinsgründung: nochmaliges Überarbeiten der Satzung mit Aufnahme der AG-KZ-Gedenkstätten; außerordentlichen Mitgliedschaften ohne Stimmrecht...

- 2. AG-KZ-Gedenkstätten:


- a) gem. Aktionen: Zeitschrift als Beiträge zur Geschichte mit neuem Konzept;

- b) engere Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität c) Schwerpunkt: Umgang mit rechtsradikalen Gruppen

- d) Gedenkstättenreferat an der Topographie des Terrors bis 2022 gesichert, dann Thomas Lutz in Rente

- 3. Landes-, Bundeszentralen für polit. Bildung:

- a) Austausch untereinander verstärken

- b) Jugend erinnert positive Rückmeldungen

- c) eher Skepsis bei Gedenkstättenfahrtenpflicht

- d) Digitalisierung der Arbeit als Schwerpunkt

- e) Vermeidung weiterer Parallelstrukturen bei Veranstaltungen

- f) Schwerpunkt: Generationenwechsel im Ehrenamt

- 4. Vorstellung neuer Arbeitsgemeinschaften auf Bundesebene:

a) Gedenkstättenbibliotheken: 50 Mitglieder; seit 1998 als AG;

b) 3 ausl. Mitglieder: Mauthausen; Theresienstadt; London;

c) AG-Pädagogik in den Gedenkstätten als informelles Forum: Treffen alle 2 Jahre zweitägig; Arbeitsgruppen: z.B. Historische und politische Bildung;  Projekt: Außenlager als Gefängnis

d) AG-Justiz- und Polizeigedenkstätten: 20 Beteiligte z.B. Bautzen, Thorgau, Wolfenbüttel,

e) AG frühe Lager: Gedenkstätten „frühe KZ“ ; 15 Gründungsmitglieder aus 10 Bundesländern; Arbeitsgruppen: a)Ausstellung/Tagungen; b) Öffentlichkeits-arbeit; Nächstes Treffen im März in Neustadt.

Der letzte Tag ist üblicherweise der intensiven Auseinandersetzung der gastgebenden Gedenkstätte des Tagungsortes gewidmet. Jörg Skribeleit führte über das Gelände des ehemaligen KZ Flossenbürg. Nicht nur die noch im Betrieb befindliche Steinbruchanlage, die den Ausgangspunkt für das Lager gewesen ist, war beeindruckend, sondern auch das, was in den letzten 20 Jahren an Gedenk- und Erinnerungsarbeit in Flossenbürg geschaffen wurde.

 

Anhang

Gegen den Entzug der Gemeinnützigkeit der VVN-BdA

 

Posted on: Dezember 07, 2019. Post written by: Renate Dreesen –

Erklärung des Forums der Landesarbeitsgemeinschaften der Gedenkstätten, Erinnerungsorte und -initiativen in Deutschland und der Arbeitsgemeinschaft KZ-Gedenkstätten, verabschiedet auf der 8. bundesweiten Gedenkstättenkonferenz in Flossenbürg (Oberpfalz)

Wir fordern, dass die VVN-BdA als eingetragener Verein die Gemeinnützigkeit weiterhin und dauerhaft behält. Das fordern wir auch für alle Organisationen und Vereine, die sich durch ihr Engagement für eine demokratische Gesellschaft, gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus einsetzen.

Dem Bundesverband der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes /Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) wurde im November die Gemeinnützigkeit entzogen. Das Berliner Finanzamt für Körperschaften stützt sich dabei im Wesentlichen auf eine Nennung der VVN-BdA im Bayrischen Verfassungsschutzbericht aus dem Jahr 2016.  

Für uns war und ist die VVN-BdA ein wichtiger Partner und Akteur in der Gedenkarbeit. Von Überlebenden der Konzentrationslager und Gefängnisse 1947 gegründet, setzt sich die VVN-BdA nicht nur für die Erinnerung an die Opfer und Orte der NS-Verbrechen ein, sondern sie war in vielen Bundesländern Gründungsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaften der Gedenkstätten. Sie nimmt auch in der Gegenwart eine wichtige Rolle wahr, engagiert sich gegen einen zunehmenden gesellschaftlichen Rechtsruck, mit dem auch die Gedenkstätten- und Erinnerungsarbeit konfrontiert ist. Für Gedenk- und Vortragsveranstaltungen sowie Zeitzeugengespräche ist die Zusammenarbeit mit der VVN-BdA von großer Bedeutung – sie trägt zu einer demokratischen Erinnerungskultur bei. Ein Entzug der Gemeinnützigkeit verhindert dieses ehrenamtliche Engagement und muss deshalb zurückgenommen werden.

Eine demokratische und zivilgesellschaftliche Erinnerungskultur wird vielfach von gemeinnützigen Vereinen getragen und darf nicht dadurch geschwächt werden, dass man Gemeinnützigkeit immer enger definiert. Wir protestieren gegen dieses fatale geschichtspolitische Signal und fordern die Rücknahme der Entscheidung des Berliner Finanzamtes für Körperschaften!

Flossenbürg, 5.12.2019

- Forum der Landesarbeitsgemeinschaften der Gedenkstätten, Erinnerungsorte und -initiativen in Deutschland - Andreas Ehresmann, Kirsten John-Stucke, Dr. Harald Schmid, Dr. Rainer Stommer (Sprecherrat)

- Arbeitsgemeinschaft KZ-Gedenkstätten – Prof. Dr. Detlef Garbe (Sprecher)

 

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