Arbeitsgruppe Psychiatrie im Nationalsozialismus Alzey
Renate Rosenau
Ebertstr. 26c
55232 Alzey
 
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Web: http://www.rheinhessen-fachklinik-alzey.de/
Tel.: 06731/993322
Fax: 06731/993322
 

 

Arbeitsgruppe Psychiatrie im Nationalsozialismus in Alzey - in Zusammenarbeit mit der Rheinhessen-Fachklinik Alzey und dem Museum der Stadt Alzey (Stand: 26.01.2006)

Anliegen

Die Aufklärung der Schicksale der Alzeyer Psychiatriepatienten zwischen 1933 und 1945 ist das Anliegen der Arbeitsgruppe „Psychiatrie im Nationalsozialismus in Alzey“. Sie ist aus dem Arbeitskreis aus Alzeyer Bürgern und leitenden Mitarbeitern der Rheinhessen-Fachklinik hervorgegangen, die unter Moderation des Museums der Stadt Alzey seit 1994 die Geschichte der Rheinhessen-Fachklinik von ihrer Gründung 1908 an nach mehreren fachlichen und epochalen Fragestellungen recherchiert und 2000/2001 als Ausstellung, in einem Begleitband und in einem Begleitprogramm der Öffentlichkeit vorgestellt hat.

Arbeitsweise
Seitdem forscht die Arbeitsgruppe „Psychiatrie im Nationalsozialismus in Alzey“ in Archiven nach den Spuren der Alzeyer Patientinnen und Patienten, die zwischen 1933 und 1945 in der ehemaligen Hessischen Landes-Heil und Pflegeanstalt Alzey zunächst behandelt, begutachtet bzw. gepflegt und dann seit Januar 1940 von Alzey weg mit dem Ziel ihrer Vernichtung „in eine andere Anstalt verlegt“ wurden. Bisher konnte die Arbeitsgruppe über 450 Patienten aus über 120 rheinhessischen Gemeinden ermitteln, die 1940/1941 in der T4-Aktion durch Gasmord in Hadamar und danach in der sog. dezentralen „Euthanasie“ auch in anderen Anstalten ihr Leben verloren. An diese Opfer des nationalsozialistischen Krankenmordes erinnert seit dem 27.Januar 2005 ein Mahnmal auf dem Gelände der Rheinhessen-Fachklinik Alzey.
Dieser Krankenmord war der Endpunkt einer Entwicklung, die schon 1933 aus rassenpolitischen und wirtschaftlichen Gründen begann:die Landes- Heil- und Pflegeanstalt Alzey erstellte für mindestens 150 Patienten im Rahmen der „erbbiologischen Erfassung des Volkskörpers“ umfangreiche Sippentafeln, erfasste über 650 Patienten als „erbbiologisch verkartet“, begutachtete Patienten nach dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 14. Juli 1933, von denen mindestens 329 Patienten – 189 Männer, 140 Frauen – in Krankenhäusern in Mainz und Worms zwangsweise unfruchtbar gemacht wurden.
So hilft die Arbeitsgruppe
Die Familien der Opfer erhielten von den Nationalsozialisten planmäßig falsche Angaben über Todestag, Todesort und Todesursache. Angehörige, die jetzt Auskunft über das Schicksal Ihrer Verwandten suchen, und interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich an die Arbeitsgruppe wenden. Unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Vorschriften erhalten sie dann durch die Rheinhessen-Fachklinik Alzey Informationen zu ihrer Anfrage, ggfs. Hinweise auf Archive und Gedenkstätten, bei denen sie weitere Informationen erhalten können.
Künftige Vorhaben
Nach der Verlegung der Psychiatriepatienten von Alzey weg wurde die Anstalt 1941 Allgemeinkrankenstation für Fremdarbeiter und 1943 Entbindungsstation für Ostarbeiterinnen. Die Arbeitsgruppe plant, dem Schicksal dieser Menschen und der 350 dort geborenen Kinder nachzufoschen..
Kontakt zur Arbeitsgruppe

Arbeitsgruppe Psychiatrie im Nationalsozialismus in Alzey
In Zusammenarbeit mit der Rheinhessen-Fachklinik und dem Museum der Stadt Alzey

Renate Rosenau,
Ebertstraße 26 C
55232 Alzey
Telefon 06731/99 33 22, Fax 99 33 20,
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Gunda E. John,
Ebertstraße 26 C
55232 Alzey, Telefon 06731/4 21 44

Hedi Klee, Kirchweg 7,
55234 Freimersheim
Telefon und Fax 06731/9 86 41
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Dr. Wolfgang Gather,
Rheinhessen-Fachklinik Alzey
Dautenheimer Landstr. 66, 55232 Alzey,
Telefon: 06731 50/1278,
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Internet: www.rheinhessen-fachklinik-alzey.de

Dr. Eva Heller-Karneth und Dr. Rainer Karneth
Museum der Stadt Alzey
Antoniterstr. 41
55232 Alzey,
Tel 06731/498 896,
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Internet: www.museum-alzey.de
  • Renate Rosenau: „Es ist passiert, was wir befürchtet haben“. Aus der Geschichte der Rheinhessen-Fachklinik. In: Heimatjahrbuch 2006 Landkreis Alzey-Worms. Alzey 2005, Seiten 105-108.
  • Hedi Klee: Von „nicht zu beschäftigen“ bis „arbeitet fleißig“. Meldebögen der „T4“-Aktion im Philippshospital 1940 bis 1943.
  • „Ein friedliches, schmuckes Dörfchen?“ Aus der Geschichte der Rheinhessen-Fachklinik Alzey. Begleitband zur Ausstellung im Museum der Stadt Alzey. Hrsg.: Arbeitsgruppe 2000. Erhältlich im Museum und in der Rheinhessen-Fachklinik.
  • Literatur zum Nachlesen:

  • E. John / R. Rosenau: Die Landes- Heil- und Pflegeanstalt Alzey 1933-1945. In: Psychiatrie im Dritten Reich – Schwerpunkt Hessen, Berichte des Arbeitskreises zur Erforschung der nationalsozialistischen „Euthanasie“ und Zwangssterilisation (Hrsg). Verlag Klemm und Oelschläger Ulm 2000. ISBN 3-932577-51-5. Seiten 113-148.
  • In: „Haltestation Philippshospital“. Ein psychiatriches Zentrum – Kontinuität und Wandel. Irmtrauad Sahmland u.a. (Hrsg). Historische Schriftenreihe des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, Quellen und Studien Band 10,. Marburg 2004. ISBN 3-89445-341-9. Seiten 225 – 242.
  • Ausstellung „Ein kleines, schmuckes Dörfchen“? Bild- und Texttafeln der Ausstellung zur Geschichte in der Rheinhessen-Fachklink Alzey. Terminabstimmung. Auf Wunsch Führung möglich.
 

 

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