Förderverein ehemalige Synagoge Könen e. V.
Willi Körtels
Ernst-Hartmann-Str. 17
54329 Konz
 
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Web: http://www.mahnmal-trier.de/
Tel.: 06501-15774
Fax:
 

 

Der „Förderverein ehemalige Synagoge Könen e.V.“

Der „Förderverein ehemalige Synagoge Könen e.V.“ wurde am 1.2.2002 in Konz gegründet.
Unser Verein ist beim Amtsgericht Trier ins Vereinsregister eingetragen und vom Finanzamt Trier als gemeinnützig anerkannt, so dass wir dazu berechtigt sind, Spendenquittungen auszustellen. Der „Förderverein ehemalige Synagoge Könen e.V.“ verfolgt das Ziel, das heute in Privatbesitz befindliche Gebäude zu erwerben und zu erhalten. Das gegenwärtig als Garage und Lager genutzte Gebäude soll die wechselvolle Geschichte der ehemaligen Synagoge verdeutlichen. Deswegen ist geplant, den heutigen Bauzustand teilweise zu erhalten, aber auch die frühere Nutzung als Synagoge wieder sichtbar zu machen. Das restaurierte Gebäude soll als Bauwerk ein Ort des Lernens werden, an dem die Geschichte des Ortes Könen unter Einschluss der jüdischen Bevölkerung kennen gelernt werden kann. Mit Hilfe von Schautafeln, jüdischen Kultgegenständen und Computerpräsentationen soll die vergangene jüdische Kultur im Raum Konz und im Landkreis Trier-Saarburg interessierten Bürgern, kirchlichen und kulturellen Institutionen und Vereinen nahe gebracht werden. Vor allem an Schüler ist gedacht, die aus der Begegnung mit der jüdischen Religion und der jüngeren deutschen Geschichte für ein tolerantes Zusammenleben motiviert werden könnten.
Unser Förderverein besteht zur Zeit aus 10 Mitgliedern.
Der Mitgliedsbeitrag beträgt 30 Euro pro Jahr.
Der Vorstand:
1.Vorsitzender: Robert Reichard
2.Vorsitzender: Willi Körtels
Kontaktadresse:
Förderverein ehemalige Synagoge Könen e.V.
Ernst-Hartmann-Straße 17
54329 Konz-Oberemmel
Aus unserer Arbeit:

"Der Förderverein Synagoge Könen e.V. stellte Ende August 2006 eine Homepage unter dem Namen "Mahnmal Trier" ins Internet. Vorgestellt werden ca. vierzig Personen aus der Region Trier, die in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft benachteiligt, bestraft, in KZ-Haft genommen oder ermordet wurden. Die ausgwählten Personen entstammen verschiedenen Opfergruppen, z.B. jüdische Bürger, Sozialisten, Geistliche, "unangepasste" Bürger u.a. Unsere Homepage will an einzelne Schicksale aus der Region Trier erinnern, um über die Auswirkung nichtdemokratischer Macht zu informieren und dazu beitragen, dass verdrängte historische Realität thematisiert wird. Uns bewegt, dass der Anteil der heutigen Bürger, die antisemitische Vorurteile vertreten und Fremdenfeindlichkeit propagieren, wieder eine messbare Größe geworden ist." Adresse: www.mahnmal-trier.de

Mitarbeit an der Planung zu den Veranstaltungen zur Ausstellung "Alltag jüdischer Kinder während des Holocaust" in der Konstantin-Basilika in Trier vom 7. Mai-25.Juni 2006 und Führung von Schulklassen

Führung auf dem jüdischen Friedhof in Könen im Rahmen des Europäischen Tags des jüdischen Denkmals am 4. September 2004 unter Leitung von Bruno Lauscher

Vortrag von Willi Körtels über die „Zeugnisse des Judentums im Raum Konz“ am September 2004 in der Stadtbibliothek Konz.

Mitarbeit an der Veranstaltung „60 Jahre Kriegsende und Befreiung. Eindrücke aus dem Raum Trier-Luxemburg“ in der katholischen Akademie Trier am 27.4.05, veranstaltet von der Landeszentrale für politische Bildung Mainz

Schautafel zum Thema „Geschichte der Juden in Könen“ in der Grundschule Könen von April bis November 2005

Vorstellung unseres Buches „Geschichte der Juden von Oberemmel“ von Willi Körtels am 9. November 2005 in der Stadtbibliothek Konz

Lesung mit verteilten Rollen zum Thema „Nationalsozialismus in Konz“ am 26. Januar 2006 um 14 Uhr am Gymnasium Konz

Presse:
Trierischer Volksfreund: Wider das Vergessen (September.2004)
Konzer Rundschau: Jüdische Zeugnisse im Raum Konz (16.11.04)
Konzer Rundschau: Lebensgeschichte eines jungen Juden wiedergegeben (12.5.05)
Trierischer Volksfreund: Mit Jugendlichen in den Krieg (2.5.05)
Paulinus: 60 Jahre Kriegsende und Befreiung-160 Schüler sprechen mit Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges (Mai 2005)
Trierischer Volksfreund: Brandstifter und Biedermänner (5.11.2005)
Trierischer Volksfreund: Hauptsache man überlebte (13.11.2005)
Am Donnerstag, dem 4. September 2008 wurde das von Willi Körtels verfasste Buch "Elise Haas, eine Lyrikerin aus Trier" in der Stadtbibliothek Trier, Weberbach, der Öffentlichkeit vorgestellt. Dr. Embach, der Leiter der Stadtbibliothek, würdigte die Entdeckung der bisher nahezu unbekannten Lyrikerin der Stadt Trier. Der Trierer Oberbürgermeister, Klaus Jensen, gab in seiner Ansprache einen Überblick über die Geschichte der Juden von Trier und ordnete Elise Haas in die Reihe der schon bekannten jüdischen Autorinnen Gertrud Schloss und Gerty Spies ein. Der Autor führte mit Hilfe einer PowerPoint-Präsentation in seine Recherchearbeit ein und stellte die wesentlichen Ergebnisse dar. Zum Abschluss rezitierte Herr Eberhard Hoos drei lyrische Texte von Elise Haas. Die musikalische Gestaltung hatte Frau Nadja Kohnen, Luxemburg, und Herr Ekkehard Collisi, Konz.

Besuchergruppe auf dem jüdischen Friedhof am 5.09.2004 (europäischer Tag des jüdischen Denkmals)





Foto unten:
Vorstellung unseres Buches „Geschichte der Juden von Oberemmel“ von Willi Körtels
am 9. November 2005 in der Stadtbibliothek Konz
Auf dem Foto (unten, links) ist der Zeitzeuge Josef Mayer aus Brüssel zu sehen. Josef Mayer stammt aus Könen und musste schon als Jugendlicher fliehen. Er faszinierte mit seinem Vortrag die Zuhörer ganz besonders.
Auf dem Bild rechts ist der noch sehr junge Josef Mayer mit seiner Großmutter Susanna Hayum abgebildet.

Es war ein Projekt für die Stufe zwölf und ging um jüdische Zeugnisse im Raum Konz" erzählt Willi Körtels, und ihm ist kaum anzusehen, dass dieses Vorhaben am Gymnasium Konz für ihn, den Deutsch- und Religionslehrer, mehr war als nur pädagogische Routine. Damals, 1987, schrieben er und sein Kollege Helmut Stoll das Landeshauptarchiv Koblenz an, durchforsteten die Stadtbibliothek Trier, fanden "seitenweise" Texte und schickten die Schüler auf die Dörfer, damit diese nach Zeitzeugen recherchierten. Für die dann entstandene Arbeit vergab die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit im Jahr 1988 einen Preis. Das war der erste Anstoß.
Willi Körtels schrieb danach ein Buch über die Geschichte der Juden in Konz-Oberemmel und gründete im Jahr 2002 mit anderen den "Förderverein Synagoge Könen". Die Mauern des Gotteshauses im Konzert Ortsteil stehen noch. Sie zu erwerben, ist der Gesellschaft allerdings bisher nicht gelungen. Jetzt hat Willi Körtels ein neues Buch herausgebracht – "Geschichte der Juden von Könen" – und darin aufgeschrieben, wie sich die jüdischen Bewohner in dem Flecken an der Saar ansiedelten, wie sie lebten, sich zur Gemeinde formierten, wie sie eine Synagoge bauten – und wie sie schließlich geächtet, vertrieben, deportiert und ermordet wurden.124 Mitglieder weist eine Statistik der jüdischen Gemeinde für 1875 aus. Für 1942 steht neben der Jahreszahl kurz, lapidar und beklemmend "0 Bürger".
Die "Geschichte der Juden von Könen", deren Vorwort die zahlreichen Helfer und Materialsammler dankbar erwähnt, ist nicht nur eine Sammlung von historischen Fakten. Das Buch erzählt Schicksale. Zum Beispiel das von Josef Mayer, Jahrgang 1924, dem Sohn des Könener Bäckers Moritz Mayer und seiner Ehefrau Paula. Die Mayers waren eine assimilierte jüdische Familie, wahrscheinlich vollständig integriert. Und nach 1933 in einer Illusion lebend, die wahrscheinlich fast alle Opfer mit ihnen teilten: dass die Verfolgung rasch vorbei sei. "Wer heute behauptet, er habe damals gewusst, was geschehen würde, der lügt", sagte der Publizist Manès Sperber vor Jahren in einer Diskussion. Der Vater zog nach einer Auseinandersetzung mit nazifreundlichen Dorfbewohnern, die ihn als "Saujuden" beschimpften, 1934 nach Luxemburg und hoffte von Tag zu Tag auf die Rückkehr. Aber der Sohn und seine jüdischen Kameraden Siegbert Mayer und Kurt Levy wurden in der Volksschule ins Abseits gedrängt. 1936 flieht Josef Mayer mit seiner Mutter nach Brüssel und muss vier Jahre danach die Schrecken von Krieg und Besatzung erleben. 1940 wird die Familie vom Deutschen Reich ausgebürgert. Der Vater wird von den belgischen Behörden zum eigenen Schutz nach Südfrankreich verlegt, dort 1942 aufgegriffen und nach Auschwitz deportiert. Josef Mayer versteckt sich bis zur Befreiung am 3. September 1944 mit seiner Mutter in einem Keller, schreibt satirische Texte und übersetzt für die Widerstandsbewegung aus dem Deutschen ins Englische oder Französische. Er hat das Inferno überstanden. "Wir leben heute; was vergangen ist, können wir nicht mehr verändern. Wenn ich mich mit meinen Schulkameraden vergleiche, muss ich feststellen, dass einige weniger Glück hatten als ich", sagt Mayer heute – mittlerweile erfolgreicher Unternehmer und preisgekrönter Schriftsteller, Songschreiber und Kabarettist.

Spurensuche um der Versöhnung willen
Die Geschichte der Juden in der NS-Zeit füllt den größten Teil des Buchs. Es erzählt von den jüdischen Kriegsteilnehmern 1914 bis 1918, verzeichnet die geringe Zustimmung für die Nationalsozialisten bei den Wahlen vor 1933 und dokumentiert, wie sich die Schlinge danach immer weiter zuzieht – bis zum schrecklichen Ende.
Schreibt da der neutrale Historiker, der unbeteiligte Wissenschaftler, der auf Faktentreue und Objektivität zielt? Willi Körtels, der katholische Theologe, erinnert im Gespräch an das II. Vatikanische Konzil und dessen Aussage: "Juden sind die älteren Brüder im Glauben." Er erzählt vom Kardinal Woityla, später Papst Johannes Paul II, der sich mit aller Kraft für die Versöhnung der Kirche mit dem Judentum einsetzte. Da schwingt beim Autor auch etwas Persönliches mit – sicherlich theologisch motiviert, aber doch weit über den religiösen Horizont hinaus- greifend. Und dazu die Realität, die Willi Körtels erlebt und als Historiker rekonstruiert hat. Er hat erfahren, dass Juden, die vor der Nazi-Barbarei fliehen mussten, nach ihrer Rückkehr auf eine Mauer des Schweigens stießen. "Kein Mensch hat mit mir geredet", zitiert er eine Rückkehrerin. Er hat aus den Akten von der Zerstörung wahrscheinlich aller Synagogen in der heutigen Verbandsgemeinde Konz erfahren – Oberemmel, Könen, Wawern, vielleicht auch Konz-Stadt, hat gehört von widerspruchslosen, vielleicht sogar stumm mit den Schändern sympathisierenden Zuschauern. Und darum zittern in dem, was er erzählt, Empörung und Mitgefühl mit. Mitgefühl mit den Opfern, die, ganz gleich, wie sie entkamen, fürs Leben gezeichnet waren. Empörung über die Täter, die nach 1945 als ehrenwerte Bürger so weiterlebten, als wäre nichts geschehen. Die Brandstifter als Biedermänner? "Ja, es war so", sagt Körtels. Keine Prozesse, keine Bestrafungen, keine Wiedergutmachung über die staatlich verordnete Neubewertung von Häusern und Grundstücken hinaus. Und da verliert sich der ruhige Erzähl- und Berichtston des Lehrers, Historikers, Buchautors und Initiators der Könener Synagogen-Gesellschaft. Je länger das Gespräch dauert, desto deutlicher wird, wie viel ethische Motivation im zeitgeschichtlichen Engagement von Willi Körtels steckt, wie viel Liebe und Betroffenheit.
Willi Körtels wird sein Buch am kommenden Mittwoch, 9. November, um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Konz vorstellen.
"Geschichte der Juden in Könen", herausgegeben vom Förderverein Synagoge Könen in der Reihe "Chroniken des Trierer Landes", 258 S., 16 Euro.

 

Aktionen 2006/2007

1.Tag des Europäischen Jüdischen Denkmals am 3. September 2006: Führung auf dem jüdischen Friedhof in Könen durch Bruno Lauscher

2.Vorstellung des Internetauftritts Mahnmal Trier (mahnmal-trier.de) im Vortragssaal der Stadtbibliothek Trier, Weberbachstraße am 24.10.06 (Willi Körtels)

3.Filmvorführung Erinnerung umarmen, im Bürgerhaus Wawern am 9.11.06 (Dr. Pascale Eberhard)

4.Vortrag über die Synagogen im Landkreis Trier-Saarburg im Vortragssaal der Stadtbibliothek Trier, Weberbachstraße, im Rahmen der Gedenkarbeit der Christlich-Jüdischen Gesellschaft Trier am 9.5.07 (Robert Reichard)

5.Exkursion zu ausgewählten Synagogen des Landkreises Trier, veranstaltet von der Christlich-Jüdischen Gesellschaft Trier: Synagoge Wawern (Dr. Pascale Eberhard), Könen (Willi Körtels) am 20.5.07

6.Gestaltung des Europäischen Tags der jüdischen Kultur am 2.9.07: Vorstellung einer Stelltafel zu den Synagogen im Raum Konz
(Vorstellung am 30.8.07 in der Stadtbibliothek Konz)

7.Konzert „Mussorgsky und Klezmer mit der Pianistin Marina Barnova und dem Klarinettisten Helmut Eisel am 9.11.07 in der Synagoge Wawern

8.Stolperstein-Aktion am 20. 11.07 in Oberemmel zur Erinnerung an die jüdische Familie Jakob und Sophie Herrmann
 

 

Zum Seitenanfang