Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. zu den Veranstaltungen zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2016

Die Veranstaltungen zum diesjährigen internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2016 in Koblenz erinnern an die Opfergruppe der Zwangssterilisierten und NS-„Euthanasie“-Opfer. Damit greift der Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. nicht nur das Thema auf, unter das der Landtag Rheinland-Pfalz seine diesjährigen Veranstaltungen stellt. Vielmehr erinnert er auch an den Beginn der Krankenmorde in der Tötungsanstalt Hadamar bei Limburg vor nunmehr 75 Jahren. In der Zeit von Januar bis August 1941 wurden dort im Rahmen der sog. T4-Aktion mehr als 10.000 Menschen mit Giftgas ermordet, weil sie in die nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“ nicht passten, weil sie psychisch krank oder im Sinne der Nazis sozial nicht angepasst waren. Das war die Vorgeschichte von Auschwitz, an dessen Befreiung am 27. Januar 1945 der Gedenktag erinnert.

Diese Vorgeschichte von Auschwitz ereignete sich nicht irgendwo, sondern hier bei uns. Das zeigt die Ausstellung „Vergiss mich nicht und komm…“ der Stiftung Scheuern, die der Förderverein Mahnmal Koblenz ab dem 13. Januar 2016 in Kooperation mit der Stiftung in der Citykirche in der Altstadt präsentiert. Die damalige Heil- und Pflegeanstalt Scheuern bei Nassau an der Lahn war eine sog. Zwischenanstalt auf dem Weg in den Tod. Dort wurden Menschen mit Behinderungen aus der Umgebung gesammelt, dann mit „grauen“ Bussen nach Hadamar verschleppt und noch am selben Tag ermordet. Die Ausstellung dokumentiert diese Krankenmorde an Patienten aus Scheuern und auch deren Vor- und Nachgeschichte. Dazu gehört die von den Nationalsozialisten schon sehr früh erzwungene Sterilisation psychisch kranker Menschen und die Fortsetzung der Krankenmorde ab August 1942 mit Überdosen von Medikamenten und verhungern Lassen. Sie zeigt aber auch das Aufbegehren der Opfer, von denen manche ihre Angehörigen flehentlich baten: „Vergiss mich nicht und komm…“

Ergänzt wird diese Ausstellung der Stiftung Scheuern durch einen regionalen Teil, den der Förderverein Mahnmal Koblenz eigens aus diesem Anlass erarbeitet hat. Darin dokumentiert er das Schicksal von 14 Menschen. Das sind Männer, Frauen und Kinder, Deutsche und Nichtdeutsche aus Koblenz und Umgebung, die zwangsweise sterilisiert und/oder ermordet wurden – allein deshalb, weil sie anders waren als die Menschen, die die Nazis „züchten“ wollten.

Die Ausstellung wird am Mittwoch, dem 13. Januar 2016, um 18.30 Uhr eröffnet vom Vorsitzenden des Fördervereins Mahnmal Koblenz Dr. Jürgen Schumacher und Pfarrer Gerd Biesgen, Vorstand der Stiftung Scheuern. Der Kurator des regionalen Teils der Ausstellung Joachim Hennig gibt eine Einführung.

Als Begleitveranstaltung bietet der Förderverein eine Fahrt zur Gedenkstätte Hadamar bei Limburg/Lahn mit Führung am Samstag, 23. Januar 2016 an.

Am 27. Januar 2016 selbst findet die Gedenkstunde der Stadt Koblenz statt. Sie beginnt um 17.30 Uhr mit einer Statio am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz auf dem Reichensperger Platz mit Oberbürgermeister Prof. Dr. Hofmann-Göttig. Sie wird gegen 18.00 Uhr fortgesetzt in der Liebfrauenkirche mit Ansprachen des Oberbürgermeisters und des Vorsitzenden des Fördervereins Mahnmal Koblenz und dem Christlich-Jüdischen Gebet. Anschließend ist Gelegenheit, die Ausstellung in der Citykirche zu besichtigen.

Hier alle Veranstaltungen auf einen Blick:

13. Januar 2016 um 18.30 Uhr in der Citykirche Eröffnung der Ausstellung: „Vergiss mich nicht und komm…“ – Zwangssterilisationen und Krankenmorde in Koblenz und Umgebung 1934 – 1945. Die Ausstellung ist dort dann bis zum 3. Februar 2016 zu sehen.

23. Januar 2016 um 8.30 Uhr an der Hans-Zulliger-Schule in Koblenz-Lützel, Brenderweg 23 Studien- und Gedenkfahrt in die Mahn- und Gedenkstätte Hadamar bei Limburg/Lahn (Rückkehr gegen 13 Uhr, Unkostenbeitrag 10 €).

27. Januar 2016 um 17.30 Uhr am Mahnmal auf dem Reichensperger Platz Statio

27. Januar 2016 um 18.00 Uhr in der Liebfrauenkirche Gedenkstunde mit christlich-jüdischem Gebet

3. Februar 2016 in der Citykirche Ende der Ausstellung

Zu allen Veranstaltungen, deren Besuch bis auf die Fahrt nach Hadamar kostenlos ist, sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Nähere Informationen: www.mahnmalkoblenz.de

Führungen sind in Absprache mit dem Förderverein Mahnmal Koblenz möglich.

 


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