Ein jüdisches Schicksal: Die Sängerin Paula Salomon-Lindberg“

heißt ein Vortrag mit Fotos und Filmen am Dienstag, 14. März 2017, 19 Uhr, im VHS-Bildungszentrum Frankenthal, Schlossergasse 6-8. Der Eintritt frei. Referent ist Herbert Baum vom Förderverein.

Die berühmte Sängerin Paula Salomon-Lindberg wurde am 21. Dezember 1897 in Frankenthal als Paula Levi geboren. Ihr Vater war der jüdische Religionslehrer und Kantor Lazarus Levi, der als Sänger einen besonderen Ruf weit über die Frankenthal hinaus hatte. Er wurde am 16. Juli 1862 in Eckardroth geboren und kam 1896 nach Frankenthal, das damals zu Bayern gehörte. Lazarus Levi starb am 17. November 1919, seine Ehefrau am 26. November 1930, beide in Frankenthal. Das Grab auf dem neuen Judenfriedhof in Frankenthal ist heute noch erhalten. Paula Levi erhielt ihre musikalische Ausbildung hauptsächlich in Mannheim und Berlin. Von Berlin aus begann ihre Karriere als Sängerin Paula Lindberg. Am 4. September 1930 heiratete sie mit 32 Jahre in Frankenthal den Chirurgen Albert Salomon (1883–1976) und nannte sich Paula Lindberg-Salomon. Nach Auftrittsverboten 1933 sang sie noch bis 1937 für den Jüdischen Kulturbund Berlin. 1939 floh sie mit ihrem Mann nach Amsterdam, wo beide 1943 im Konzentrationslager Westerbork interniert wurden, später aber flüchten und die Besatzungszeit bis 1944 versteckt überleben konnten.

Nach dem Krieg lebte Paula Lindberg-Salomon in den Niederlanden. Sie setzte dort ihre künstlerische Laufbahn mit großem Erfolg fort. Sie starb am 17. April 2000 in Amsterdam.

Im Vortrag wird auch das Schicksal ihrer Stieftochter Charlotte Salomon vorgestellt. Ihre Mutter und ihre Großmutter hatten sich selbst getötet, außerdem sechs weitere Frauen in der Familie. Charlotte Salomon verarbeitete diese Konflikte als Malerin. Ihre Werke werden heute noch gezeigt. Sie wurde am 10. Oktober 1943 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet.

Informationen im Internet:   http://www.juden-in-frankenthal.de


 

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