Alzey gedenkt der Opfer

Ökumenische Gedenkfeier und Kranzniederlegung

 

Montag, 27. Januar 2020, 10:00 Uhr

Rheinhessen-Fachklinik Alzey, Klinikkapelle,

Dautenheimer Landstraße 66, 55232 Alzey

Schon seit Eröffnung der Heil- und Pflegeanstalt Alzey im Jahr 1908 wurde ein kleiner Teil der Patientinnen und Patienten zur Begutachtung oder zur Sicherungsverwahrung hier untergebracht.

Die dazu nötigen Gerichtsverfahren missbrauchte der totalitäre nationalsozialistische Staat zur Durchsetzung seiner Rassenideologie. Alles Minderwertige sollte ausgemerzt werden: durch Sterilisierung von Erbkranken, durch Vernichtung von sogenannten Rassenschändern und Rassenfremden und von psychisch Kranken.

Im Rahmen der ökumenischen Gedenkfeier werden einzelne dieser Patientenschicksale und ihre Hintergründe in einer Lesung von Schüler*innen der Krankenpflegeschule und der Arbeitsgruppe NS-Psychiatrie in Alzey/Rheinhessen vorgestellt, stellvertretend für alle Opfer der menschenverachtenden nationalsozialistischen Verfolgung kranker Menschen.

Diese NS-Rassenideologie, die Menschen in Höherwertige und Minderwertige einteilte, schien in der deutschen Gesellschaft überwunden, aber gegenwärtig äußern sich Vertreter dieser alten Denkmuster zunehmend in der Öffentlichkeit. Umso mehr sind wir gefordert, für Menschenrechte, für den Schutz von Kranken und von Minderheiten, für die Wertschätzung von Vielfalt aktiv Position zu beziehen.

 

Nach der Feier versammeln sich die Besucher zur Kranzniederlegung am Mahnmal auf dem Klinikgelände. Danach besteht die Möglichkeit zum Gespräch in der Kapelle.

 

 

Veranstaltende:

Rheinhessen-Fachklinik Alzey in Zusammenarbeit mit dem Kreis Alzey-Worms, der Stadt Alzey, dem Landesverband der Psychiatrie-Erfahrenen Rheinland-Pfalz.

 

Gestaltung:

Klinik-Seelsorger, Arbeitsgruppe NS-Psychiatrie in Alzey/Rheinhessen mit der Krankenpflegeschule.

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