Es gibt immer weniger Zeitzeugen

Film mit dem Gurs-Deportierten Paul Niedermann

 

Einführung: Herbert Baum

Dienstag 27.10.2020

19 Uhr

Bildungszentrum der VHS Frankenthal

Schlossergasse 10

Eintritt frei

Mit Mund-Nase-Maske bis zum Sitzplatz und Erfassung der Adresse

 

Es gibt immer weniger Zeitzeugen, die über ihre Verfolgung im Nationalsozialismus berichten können. Paul Niedermann, der als 13jähriges Kind am 22. Oktober 1940 aus Karlsruhe in das Internierungslager Gurs deportiert wurde, starb im Dezember 2018 in Paris.

Als Überlebender der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland und Frankreich berichtete er mehrmals in Frankenthal und in der Region über sein Leben und sein Leiden. In dem Film (90 Minuten), der im Pfalzinstitut für Hören und Kommunikation 2013 in Frankenthal aufgenommen wurde, schildert er die Lebensverhältnisse in dem Lager. 1942 gelang ihm gemeinsam mit seinem Bruder Arnold mit Hilfe einer jüdischen Untergrundorganisation die Flucht. Zusammen mit anderen jüdischen Kindern, zu denen auch der 1928 geborene David Hirsch aus Dirmstein gehörte, wurden die Brüder Niedermann in der Folgezeit an verschiedenen Orten in Frankreich versteckt, unter anderem im illegalen Kinderheim von Izieu. Paul Niedermann wurde über die Schweizer Grenze in Sicherheit gebracht. Seine Mutter wurde in Auschwitz ermordet, sein Vater im Lager Majdanek.

Erst 30 Jahre später konnte er als Zeuge im Prozess gegen den SS-Offizier Klaus Barbie, der „Schlächter von Lyon", zum ersten Mal über sein Leben sprechen. Danach hielt er hunderte von Vorträgen in verschiedenen europäischen Ländern.

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