Erinnerung an 1700 Jahre deutsch-jüdische Geschichte

Veranstaltungen und Online-Diskussion in Laufersweiler mit Abgeordneten: Erinnerung an deutsch-jüdische Geschichte – wozu und wie?

Das Jahr 2021 steht im Zeichen des Jubiläums „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“. Zudem hat die UNESCO die SchUM-Städte (Speyer, Worms, Mainz) im Juli zum Weltkulturerbe erklärt und damit die Bedeutung jüdischen Lebens in unserer Region hervorgehoben.

Im Mittelpunkt der Geschichtswissenschaft stand nach dem 2. Weltkrieg und dem Holocaust meist das städtische Judentum. Verdrängt, vergessen und verschwiegen wurde dabei meist, dass Juden auf dem Lande und vor allem im Rhein-Hunsrück-Raum seit über 1000 Jahre nachweisbar sind. Der Förderkreis Synagoge Laufersweiler, die Autorengruppe Hunsrück und die Volkshochschule Hunsrück möchten durch viele Veranstaltungen auf die Tatsache hinweisen, wie sehr Juden das Leben in unserer Region über Generationen hinweg mitgestaltet haben, bis die Nazi-Barbarei dieser speziellen Form des deutschen Judentums ein grausames Ende bereitete.

Am Tag der europäischen jüdischen Kultur am 5.9.2021 hat die einzig noch erkennbare Synagoge in Laufersweiler ihre Pforten für Besucher von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Elfriede Karsch von der Autorengruppe Hunsrück wird ca. alle zwei Stunden auf Mundart literarische Erinnerungen an das Dritte Reich vortragen. Danach besteht jeweils die Möglichkeit an einem geführten Spaziergang mit Hans-Werner Johann auf dem „Weg der Erinnerung“ teilzunehmen.

Abends um 18 Uhr findet eine Online-Diskussion mit Bundestags- und Landtagsabgeordneten statt, die zudem live in der Synagoge verfolgt werden kann. Zugesagt haben Carina Konrad (MdB, FDP), Bettina Brück (Staatssekretärin im Bildungsministerium), Karina Wächter (MdL, CDU), Josef Winkler (MdL, Landesvorsitzender B 90/Grüne), Tamara Müller (MdL, SPD), Tobias Vogt (MdL, CDU). Moderiert wird die Diskussion vom Chefreporter der Rhein-Hunsrück-Zeitung, Volker Boch.

Thema: Erinnerung an deutsch-jüdisches Leben – wozu und wie?

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Am Tag des Offenen Denkmals am 12.9.2021 wiederholt sich dieses Programm, jedoch ohne die Online-Diskussion.

Am 11.9. um 14 Uhr findet in Kirchberg nach der Stolpersteinverlegung ein geführter Spaziergang über den „Weg der Begegnung“ statt mit Hans-Werner Johann, dem Initiator des Weges.

Am 17.9. um 19 Uhr halten Carolin Manns und Christof Pies im Rathaus Kirchberg einen Vortrag unter dem Titel „Wir haben nichts mehr zum Leben!“ - Der Existenzkampf der Hunsrücker Juden nach der Reichspogromnacht 1938.

Am 18.9. um 14 Uhr besteht die Möglichkeit in Kastellaun den Weg der Erinnerung zu begehen. Smartphone und QR-Codes können als Illustrationsmedien benutzt werden.

Am 24.9. um 19 Uhr findet in der Synagoge Laufersweiler ein grundlegender Vortrag über das Landjudentum im Hunsrück statt.

Alle Veranstaltungen finden entsprechend der jeweils geltenden Corona-Regeln statt.

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